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Wiesbaden: Wein kann asthmaähnliche Symptome hervorrufen

Wiesbaden : Wein kann asthmaähnliche Symptome hervorrufen

Abends ein schönes Glas Rotwein - für manche Menschen ist das eher Qual als Genuss. Denn sobald sie ein paar Schlucke Wein getrunken haben, kratzt ihr Hals, sie müssen husten oder bekommen sogar Atemnot.

Schuld daran ist nicht der Wein selbst, sondern das darin enthaltene Sulfit: Es kann bei empfindlichen Menschen asthmaähnliche Symptome, aber auch Schnupfen oder Verdauungsprobleme verursachen. „Es handelt sich dabei nicht um eine klassische Allergie - wir nennen es eine Sulfit-Intoleranz”, erläutert Ludger Klimek, Allergologe aus Wiesbaden.

Sulfit findet sich in jedem Wein - zum Teil, weil es während des Produktionsprozesses als Mittel gegen Schädlinge und Mikroben sowie zur Stabilisierung des Aromas zugesetzt wird, zum Teil aber auch, weil es von der Weinhefe während des Gärungsprozesses gebildet wird. Sogar Biowinzer dürfen den Zusatz verwenden, allerdings in geringeren Mengen. Als Faustregel gilt: Je trockener der Wein, desto weniger Sulfit enthält er.

Eine Intoleranz gegenüber dieser Schwefelverbindung ist zwar selten, kann aber generell alle Schleimhäute der Atemwege betreffen und daher beispielsweise auch eine Zungenschwellung auslösen.

„Im Gegensatz zu einer echten Allergie, bei der selbst kleinste Spuren zum Problem werden, handelt es sich aber meistens um ein Mengenproblem”, berichtet Klimek. Das heißt: Die Symptome treten selten schon beim Einatmen des Weinaromas auf, sondern erst nach dem Genuss von einem oder zwei Gläsern.

Vermeiden können die Betroffenen die körperliche Reaktion auf das Sulfit nur schlecht. „Ganz weglassen kann man sulfithaltige Lebensmittel meist nicht”, sagt Klimek.

Allerdings sei vielen bereits sehr geholfen, wenn sie den Genuss von Wein und anderen sulfithaltigen Produkten reduzierten. Dazu gehören zum Beispiel verschiedene Essigsorten, Limonaden, Fruchtsäfte, Meerrettich aus der Tube, eingelegte Kirschen, Marmeladen und Gelees, einige Kartoffelprodukte und - vor allem - getrocknete Früchte. Treffen kann solch eine Unverträglichkeit im Prinzip jeden, allerdings sind Allergiker, die ohnehin Probleme mit ihren Schleimhäuten haben, häufiger betroffen als Gesunde.