Trinken, lüften, duschen: Was schützt wirklich vor der Hitze?

Trinken, lüften, duschen : Was schützt wirklich vor der Hitze?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für diese Woche auch für NRW Hitze-Warnungen veröffentlicht. Temperaturen von bis zu 40 Grad bedeuten nicht nur Badespaß, man muss den Körper auch davor schützen. Hitze-Ratgeber und Bauernweisheiten liefern unterschiedliche, teils widersprüchliche Tipps.

Dusche ich besser kalt oder warm? Lüfte ich nur morgens und abends oder auch tagsüber? Wer muss besonders aufpassen? Was hilft wirklich?

Trinken: Regel Nummer eins: Wasser trinken. „2,5 bis 3 Liter Wasser am Tag und ich betone Wasser. Das geht nicht mit süßen Limonaden, die durstig machen, und erst recht nicht mit Alkohol“, sagt der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie an der Uniklinik Bonn, Dirk Skowasch. Kranke mit Herz- oder Bluthochdruckproblemen sollten mit ihrem Arzt ein passendes Konzept fürs Trinken besprechen. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) warnt vor alkoholischen Getränken. „Bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung wirkt Alkohol schneller und intensiver. Als körperliche Folgeerscheinung erweitern sich die Blutgefäße, dadurch sinkt der Blutdruck und das Risiko für einen Kreislaufkollaps erhöht sich“, so Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA.

Ausruhen: „Kein Sport in der Mittagshitze und bei so hohen Temperaturen am besten gar nicht“, rät der Bonner Mediziner Skowasch. Bei Hitze kann man also von der „Siesta“ der Spanier lernen. Aktivitäten draußen sollten in die Morgen- oder Abendstunden verschoben werden. Und auch beim Essen empfiehlt Skowasch, langsam zu machen: „Lieber mehrere kleine Mahlzeiten, Obst und Gemüse.“ Auch für Vierbeiner gilt laut Lea Schmitz vom Tierschutzbund viel trinken und lange Gassirunden in der Hitze vermeiden: „Über Mittag höchstens eine kurze "Pippirunde", ansonsten "Siesta" - möglichst im Schatten oder an einem kühleren Plätzchen.“

Lauwarm Duschen: Wenn die Sonne brennt und der Schweiß läuft, erscheint oft nichts besser als eine kalte Dusche. Die ist für den Körper aber leider mehr Belastung als Erfrischung. „Das ist wie mit eiskalten Getränken. Der Körper muss sich danach wieder aufwärmen auf Außentemperatur. Das kostet Energie“, sagt Skowasch. Also lieber lauwarm duschen.

Richtig Lüften: Die Verbraucherzentrale NRW empfiehlt, nachts lang zu lüften und tagsüber nur kurz. Auch Luftbewegung etwa durch einen Ventilator lindere das Hitzegefühl. Zusätzliche Wärmequellen sind laut Verbraucherzentrale Kühlschränke und Heizungsrohre.

Schatten: So schön der langersehnte Sommer auch ist, ein Baum oder Sonnenschirm spendet Schatten und kühlt ab. „Aus der Hitze raus, in den Schatten, luftige Kleidung - das klingt banal, ist aber wichtig“, so der Bonner Mediziner Skowasch.

Aufpassen: Für Babys und Kleinkinder ist Hitze besonders gefährlich. Sie können ihren Wärmehaushalt noch nicht so gut regulieren, warnt die BZgA. Deshalb sollten Kinder mit Sonnencreme, Hut und Sonnenbrille gegen die Strahlen geschützt werden und am besten im Schatten spielen. Hochroter Kopf, Bewusstseinsstörungen und erhöhte Körpertemperatur sind laut BZgA Symptome eines Hitzschlags, bei dem Kinder sofort aus der Sonne und zu einem Arzt oder ins Krankenhaus müssen. Hundebesitzer sollten ihre Tiere nicht im heißen Auto lassen, warnt Lea Schmitz vom Tierschutzbund. Grundsätzlich sollte man den Hund bei den hohen Temperaturen gut beobachten. Sehr starkes Hecheln, glasiger Blick und tiefrote oder blasse Schleimhäute seien Alarmsignale.

Hitzschlag: „Ein Hitzschlag ist ein echter Notfall, in dem man sofort den Notarzt rufen sollte“, so Skowasch. Symptome seien Kopfschmerzen, Bewusstseinstrübungen, Erbrechen, Krämpfe bis hin zum Schock, der tödlich enden könne.

(dpa)
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