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Köln: Wachstumsstörungen können auf Darmerkrankung bei Kindern hinweisen

Köln : Wachstumsstörungen können auf Darmerkrankung bei Kindern hinweisen

Haben Kinder wenig Appetit, Bauchschmerzen und sind leichter und kleiner als Gleichaltrige, kann das auf die Darmerkrankung Zöliakie hindeuten. Auch Blähungen, übelriechender Stuhl und Müdigkeit können Anzeichen sein. Darauf weist der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte (BVKJ) hin.

Das Kind hat ein erhöhtes Risiko, wenn Zöliakie bei Verwandten ersten Grades vorkommt. Eltern sollten den Kinderarzt in einem solchen Fall unbedingt informieren. Die ersten Symptome beginnen meist drei bis sechs Monate, nachdem das Kind angefangen hat Vollkornbrei, Brot oder Zwieback zu essen.

Die chronische Autoimmunerkrankung des Dünndarms beruht auf einer Unverträglichkeit gegenüber dem in Getreide enthaltenen Klebereiweiß Gluten, die zu einer Entzündung der Dünndarmschleimhaut führt. Langfristig bilden sich die Dünndarmzotten zurück. So werden weniger Nährstoffe aufgenommen.

„Regelmäßige Kontrollen von Wachstum und Gewicht können die frühe Diagnose von Zöliakie erleichtern”, sagt Ulrich Fegeler vom BVKJ. „Deshalb ist es wichtig, keine Vorsorgeuntersuchungen beim Kinder- und Jugendarzt zu versäumen.”

Betroffene Kinder müssen ihr Leben lang eine strenge Diät einhalten: kein Weizen, Dinkel, Roggen und Gerste mehr. Auch verwandte Getreidesorten, wie Dinkel oder Grünkern sollten vom Speiseplan gestrichen werden. Halten Kinder die Ernährungsumstellung durch, können sich die Darmzotten erholen und die Beschwerden lassen nach. Wichtig ist auch, dass Eltern Verwandte, Lehrer und die Familien von Freunden über die Erkrankung informieren, damit die Diät auch außer Haus eingehalten wird .

(dpa)