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Köln: Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Köln : Vorsicht bei Nahrungsergänzungsmitteln

Auf den Spitzensport ist Doping nicht mehr beschränkt. Pillenschlucken breitet sich auch unter Freizeitathleten aus. Besonders pikant: Geistesgegenwärtige, die auf die gefährlichen Substanzen verzichten wollen, nehmen Anabolika häufig unbemerkt ein.

„Eine Studie hat gezeigt, dass etwa 15 Prozent der Nahrungsergänzungsmittel auf dem deutschen Markt mit Dopingsubstanzen kontaminiert sind”, warnt Hans Geyer, Leiter des Zentrums für präventive Dopingforschung an der Deutschen Sporthochschule Köln. Er rät Freizeitsportlern, beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln genau hinzusehen oder ganz darauf zu verzichten.

Die persönliche Leistungsfähigkeit lasse sich auch mit einer Optimierung des Workouts verbessern. Geyer spricht von einem „anabolen Effekt” durch verbesserte Trainingsmethoden. Ein qualifizierter Sportlehrer oder Coach kann dabei helfen, ein entsprechendes Konzept zu erstellen.

Um den Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, reicht im Breitensport Geyer zufolge in der Regel eine gesunde Kost aus: „Viele denken, dass anstrengendes Training automatisch zu Mangelerscheinungen führt. Dabei sind die meisten Menschen heutzutage mit Eiweiß und Vitaminen überversorgt”, erläutert der Biochemiker.

Für ambitioniertere Sportler ist es seiner Ansicht nach allerdings ratsam, sich mit einem Ernährungsberater oder Arzt über eine Optimierung des Speiseplans zu beraten. Wichtig ist vor allem, nach einer sportlichen Belastung die leeren Energiespeicher rasch wieder aufzufüllen. Das beugt Mangelerscheinungen vor und verkürzt die Regenerationszeit. Zudem sollte vor, während und nach dem Training ausreichend getrunken werden.

Das gilt insbesondere für intensive Übungseinheiten in den Ausdauersportarten. Wer für einen Marathon trainiert oder lange Etappen mit dem Rennrad fährt, muss bereits während der Belastung sein Flüssigkeitsdefizit ständig ausgleichen. Treten dennoch Mangelerscheinungen auf, kommt man zuweilen auch um Nahrungsergänzungspräparate nicht herum.

Beim Einkauf dieser Mittel können Sportler unbemerkt Betrügern auf den Leim gehen. „Es gibt Hersteller, die ihren Produkten absichtlich Dopingmittel beimischen”, warnt Geyer. Der Konsument sei natürlich erfreut über die „gute Wirkung” des vermeintlich unbedenklichen Präparats und kaufe mehr davon. Andere Hersteller stellen laut Geyer Dopingmittel und Nahrungsergänzungsmittel mit den selben Maschinen her. Heraus kommen Fitnessdrinks und Vitamintabletten, die mit illegalen und gesundheitsschädlichen Substanzen verunreinigt sind.

Allerdings können sich Sportler vor solchen unerwünschten Nebenwirkungen schützen: Der Olympiastützpunkt Köln Bonn Leverkusen führt eine Liste von Firmen, die Qualitätskontrollen durchführen und garantieren, dass ihre Produkte keinen Kontakt mit Anabolika hatten. Diese sogenannte Kölner Liste ist auf der Internetseite des Olympiastützpunktes http://www.osp-koeln.de zu finden.