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Dessau-Roßlau: Viele deutsche Haushalte mit Kindern haben zu viel Blei im Wasser

Dessau-Roßlau : Viele deutsche Haushalte mit Kindern haben zu viel Blei im Wasser

Rund drei Prozent der Haushalte mit Kindern in Deutschland haben einer Untersuchung des Umweltbundesamtes (UBA) zufolge zu viel Blei im Trinkwasser.

Dies könne Intelligenz und Motorik der Kinder hemmen, sagte ein UBA-Sprecher am Dienstag in Dessau-Roßlau unter Berufung auf die Kinder-Umwelt-Studie. Das Schwermetall gilt bei Säuglingen und Kleinkindern als gesundheitsgefährdend.

In bundesweit 150 Orten haben die Wissenschaftler das Lebensumfeld von 1790 Kindern im Alter von 3 bis 14 Jahren untersucht. Unter anderem wurden in ihrer Wohnung Trinkwasserproben genommen. In drei Prozent der Fälle lag der Messwert über zehn Mikrogramm Blei pro Liter Trinkwasser.

Unterhalb dessen gebe es keine messbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen mehr, erklärte der Sprecher. Dieser Wert gilt allerdings erst von 2013 an als offizieller Grenzwert. Derzeit ist laut Trinkwasserverordnung ein Maximum von 25 Mikrogramm erlaubt.

Jahrelang lag der erlaubte Grenzwert für Blei in Deutschland sogar bei 40 Mikrogramm. Mit dem schrittweisen Senken des zulässigen Höchstwertes folgt Deutschland einer europäischen Richtlinie. In manchen Regionen der Bundesrepublik seien Bleileitungen noch bis Anfang der 70er Jahre eingebaut worden, heißt es in der Mitteilung des Umweltbundesamtes. Dort würden teils selbst 25 Mikrogramm überschritten.

Da Bleileitungen sehr haltbar seien und ein kompletter Austausch teuer erscheine, zögerten viele Hauseigentümer damit. „Die anstehenden Sanierungen zur besseren Wärmeisolierung sind eine gute Gelegenheit, um das Blei endlich aus den Altbauten zu verbannen”, sagte UBA-Präsident Andreas Troge laut der Mitteilung.