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Freiburg: Übergewicht gilt als „Lebensstil-Symptom”

Freiburg : Übergewicht gilt als „Lebensstil-Symptom”

Der Freiburger Sportmediziner Aloys Berg befürchtet erhebliche Mehrkosten für das Gesundheitswesen durch mehr Übergewichtige.

In 10 bis 20 Jahren lägen die jährlichen Kosten für das Gesundheitssystem im dreistelligen Milliardenbereich, sagte Berg der Nachrichtenagentur ddp vor Beginn der Jahrestagung der Deutschen Adipositas Gesellschaft am Donnerstag in Freiburg. Derzeit fielen durch Übergewicht und Folgeerkrankungen Ausgaben in zweistelliger Milliardenhöhe an.

Berg forderte mehr Forschung nach praxistauglichen Konzepten, um das Übergewicht zu bekämpfen. Derzeit gelte Adipositas als „Lebensstil-Symptom”. Behandelt würden vor allem die Folgekrankheiten: „Der Übergewichtige mit Bluthochdruck wird nicht abnehmen, wenn sie ihm eine Tablette gegen Bluthochdruck geben„, kritisierte der Mediziner. Die Kassen müssten verstärkt Schulungsprogramme übernehmen, bei denen Übergewichtige unter psychologischer Betreuung ihren Lebensstil ändern. ”Die Dicken sind fast alle motiviert abzunehmen„, betonte der Wissenschaftler. ”Aber sie finden nicht den Weg.„

Nötig sei auch viel mehr Prävention ab dem Kindesalter, etwa durch Beratung der Eltern und mehr Spiel- und Sportplätze. ”Da muss mehr Geld in die Kommunen fließen”, forderte Berg.

Ihm zufolge gelten derzeit 67 Prozent der Erwachsenen in Deutschland als übergewichtig, rund 20 Prozent von ihnen als fettsüchtig.