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Düsseldorf: Telemedizin soll Milliardensummen einsparen helfen

Düsseldorf : Telemedizin soll Milliardensummen einsparen helfen

Die Telemedizin soll in den nächsten Jahren Milliardensummen im Gesundheitswesen einsparen helfen. Allein die jährlichen Kosten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Höhe von rund 32 Milliarden Euro könnten mit Hilfe der Telemedizin um etwa ein Drittel gesenkt werden.

Das rechnete der Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik (VDE) in Düsseldorf auf der weltgrößten Medizinmesse Medica vor. Bei der Telemedizin werden Daten etwa von einem Herzschrittmacher oder einem EKG per Funk an den behandelnden Arzt oder ein telemedizinisches Zentrum verschickt. Damit werden sowohl eine kontinuierliche Betreuung des Patienten als auch ein schnelles medizinisches Eingreifen im Notfall sichergestellt.

Auf diese Weise könne die Zahl der Krankenhauseinweisungen wegen chronischen Herzversagens langfristig ebenso vermindert werden wie die Gesamtsterblichkeit, so der VDE. Die zunehmende Miniaturisierung der Technik helfe dabei zugleich die Kosten senken. Chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland die Volkskrankheit Nummer eins. Nahezu jeder zweite Bundesbürger stirbt an den Folgen einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems.

Das Bundesforschungsministerium will Entwicklung neuer Systeme für die Patientenüberwachung per Telemedizin, das Telemonitoring, in den nächsten drei Jahren mit 15 Millionen Euro unterstützen, wie Ministeriumsvertreter auf der Medica ankündigten. Bereits seit 2005 förderte das Ministerium acht Verbundprojekte. Kritik äußerte der VDE an den Krankenkassen, die das Telemonitoring bisher noch nicht vollständig, sondern nur bei chronischer Herzinsuffizienz in die Regelversorgung aufgenommen hätten. Die Krankenkassen in Deutschland seien neuen technischen Entwicklungen gegenüber zu zögerlich. Als Folge gingen viele Firmen mit ihren neuen Produkten zunächst in Ausland.