Telefonieren mit dem Handy - welche Vorsichtsmaßnahmen sind nötig?

Tipps des BfS : Telefonieren mit Handy: Welche Vorsichtsmaßnahmen sind nötig?

Das Smartphone gehört zum Leben der meisten Menschen untrennbar dazu. Besonders die junge Generation genießt die vielfältigen Möglichk eiten, welche die smarten Geräte ihnen ermöglichen. Videos schauen, Fotos machen, Sprachnachrichten verschicken, immer über die neusten Trends informiert sein - und natürlich telefonieren.

Dabei ist immer einmal der Warnruf eines Elternteils zu vernehmen, das Handy sollte nicht direkt am Kopf gehalten werden, weil die entstehende Strahlung die Gesundheit schädigen kann. Heranwachsende tun einen solchen Einwand gern mit einem Schulterzucken ab. Was ist dran an der Warnung der Eltern? Warum kann Mobilfunk auf die Gesundheit wirken?

Die Informationen werden beim Mobilfunk durch hochfrequente elektromagnetische Felder übertragen, die beim Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung direkt am Kopf entstehen und auch sonst auf den Körper wirken, sodass etwa Wärme erzeugt wird. Natürlich gibt es erlaubte Höchstwerte bei der Strahlung, die international festgelegt sind. Sie sollen vor nachgewiesenen Gesundheitsrisiken schützen.

Besonders die langfristige Belastung mit den elektromagnetischen Feldern steht im Verdacht, gesundheitlich schädliche Auswirkungen zu haben. Deshalb rät das Bundesamt für Strahlenschutz zu verschiedenen Vorsichtsmaßnahmen. Besonders bei Kindern ist noch nicht gesichert nachgewiesen, wie sich die Nutzung von Mobiltelefonen gesundheitlich auswirken könnte.

Die Tipps vom Bundesministerium für Strahlenschutz

Viele Menschen sind besorgt wegen der Strahlung von Mobilfunkbasisstationen, die sich in ihrer Nähe befinden. Dabei wird zu selten bedacht, dass die elektromagnetischen Felder des eigenen Handys viel stärker sind. Die Tipps des BfS sollten dafür sorgen, dass die Intensität der Felder verringert wird und die Exposition, also die Dauer der Strahlenbelastung, verkürzt wird:

  1. Wann immer möglich, sollte man mit den Festnetz anstelle des Smartphones telefonieren. Das Telefonieren hat seinen Stellenwert bei der Kommunikation über Entfernungen verloren und wird mehr und mehr von Textnachrichten und anderen Methoden abgelöst. Dennoch wird es nie ganz abgeschafft werden und ist in verschiedenen Lebensphasen immer wieder von Bedeutung. Wer ausführlich quatschen will, soll laut des BfS lieber einen Festnetzanschluss verwenden.
  2. Telefoniert man mit dem Handy, zum Beispiel von unterwegs, sollte man sich kurz fassen.
  3. Hat man unterwegs einen schlechten Empfang, dann sollte man Telefonate lieber verschieben. Je schlechter nämlich die Verbindung zur nächsten Basisstation ist, umso intensiver ist die Stärke des hochfrequenten Feldes.
  4. Gerade im Auto ist die Strahlung hoch, denn die Autokarosserie verschlechtert die Verbindung, weshalb das Gerät mit einer höheren Leistung senden muss.
  5. Schon bei der Wahl des Gerätes kann man darauf achten, dass möglichst geringe Felder erzeugt werden. Beim Kauf sollte man auf den SAR-Wert achten, auf die spezifische Absorptionsrate. Je geringer der Wert, umso geringer das Feld.
  6. Nutzer sollten nach Möglichkeit zum Telefonieren Head-Sets verwenden, da die Intensität des Feldes mit der Entfernung zur Antenne schnell abnimmt.

Geräte mit LTE oder UMTS sind strahlungsärmer

Wer sich fragt, ob er auf ein neues Gerät umsteigen soll - was die Strahlung betrifft, kann es sich durchaus lohnen. LTE und UMTS erzeugen weniger Strahlung als der GSM Standard. Bei GSM wird bereits beim Rufaufbau mit voller Leistung gesendet, dann wird die Sendeleistung heruntergeregelt. Bei LTE und UMTS ist es genau umgekehrt. Der Rufaufbau erfolgt mit der geringsten Leistung, die dann nur so weit erhöht wird, wie es unbedingt notwendig ist.

Keine abschließende Entwarnung

Nach dem aktuellen Stand der Forschung geht vom Mobilfunk keine Gefahr aus. Die Technik ist jedoch noch zu jung, um abschließend entwarnen zu können. Vor allem bei der Wirkung auf Kinder können noch nicht alle Fragen beantwortet werden. Aus diesem Grund rät das Bundesamt für Strahlenschutz eher zur Vorsicht. Da sich Kinder noch in der Entwicklung befinden, können sie empfindlicher als Erwachsene auf die Strahlung reagieren und eventuell gesundheitliche Auswirkungen zu spüren bekommen, die bei den Eltern nicht auftreten.

Was rät das BfS bei Nutzung von Smartphones durch Kinder

Wenn Kinder Smartphones nutzen, dann sollten Eltern am besten die "Datenverbindungen über Mobilfunk" deaktivieren. Das Kind ist dann trotzdem telefonisch erreichbar und kann offline spielen. Onlinespiele sollten nur zu Hause im W-lan gespielt werden. Auch auf die Spieldauer sollten Eltern ein Auge haben.

Was ist mit 5G?

Der neue Mobilfunkstandard 5G, der bereits heute in smart vernetzten Unternehmen eine große Rolle spielt, bereitet manchen Nutzern schon vor der flächendeckenden Einführung Kopfschmerzen. Doch viele Erkenntnisse aus den früheren Mobilfunkgenerationen können auf den neuen Standard übertragen werden.

Die Forschung rund um die Auswirkungen des Mobilfunks waren von vornherein so ausgelegt, dass sie auch für spätere Entwicklungen Gültigkeit haben. So wurde etwa der Frequenzbereich bewusst breit gefasst und ging über den bereits genutzten Bereich weit hinaus. Es gibt also aktuell keine bestätigten Belege für eine schädigende Wirkung des Mobilfunks.

Verbraucher sollen dennoch umsichtig sein

Es gibt einen entscheidenden Unterschied bei der zukünftigen Nutzung von 5G, der sich durchaus auswirken kann. In der Zukunft werden mehr Sendeanlagen benötigt, um 5G verwirklichen zu können. Das bedeutet, dass die Streubreite möglicher Expositionen zunehmen wird.

Zudem gibt es noch keine abschließenden Erkenntnisse über mögliche Langzeitwirkungen intensiver Handynutzung. Gerade, was Krebserkrankungen betrifft, können erst nach 20-30 Jahren verbindliche Aussagen gemacht werden. Verbraucher sollten daher bevorzugt Handymodelle mit einem geringen SAR-Wert kaufen und auch bei der Nutzung Umsicht walten lassen.

(vo)
Mehr von Aachener Zeitung