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Wiesbaden: Taschentücher mit Pflegeextrakten können Allergien auslösen

Wiesbaden : Taschentücher mit Pflegeextrakten können Allergien auslösen

Bei einem hartnäckigen Schnupfen wird die Nase vom vielen Putzen schnell wund. Sanfte Pflege versprechen Taschentücher mit Pflegextrakten wie Kamille oder Ringelblume. Doch Experten halten nicht viel von solchen Produkten.

„Zur Beruhigung der gereizten Haut tragen sie nichts bei”, sagt Professor Ludger Klimek, Leiter des Zentrums für Rhinologie und Allergologie in Wiesbaden. Schlimmstenfalls könnten Ringelblume und andere pflanzliche Zusätze sogar Allergien auslösen.

Der Allergologe rät, wunde Naseneingänge mit fetthaltigen Babycremes zu behandeln. „Das hat den gleichen schützenden Effekt wie beim wunden Baby-Popo”, sagt Klimek. Taschentücher entsorgt man bei einer Erkältung am besten direkt nach dem Gebrauch. Denn in der sogenannten Rotzfahne entwickelt sich eine Keimflora, mit der man die virusinfizierten Nasennebenhöhlen nicht noch zusätzlich belasten sollte.

Stofftaschentücher wäscht man bei mindestens 60 oder noch besser bei 90 Grad Celsius. Die ausgeschnäuzten Viren stellen indes praktisch keine Gefahr dar. „Man ist ja eh schon infiziert und an andere Personen weitergeben wird man das benutzte Taschentuch wohl kaum”, sagt Klimek.