1. Leben
  2. Gesundheit

Berlin/Hamm: Suchtexperten fordern kostenlose Therapie für Raucher

Berlin/Hamm : Suchtexperten fordern kostenlose Therapie für Raucher

Gesundheitsexperten haben kostenlose Therapien gegen Nikotinsucht gefordert. Die Entwöhnung müsse von den Krankenkassen bezahlt werden, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Raphael Gaßmann.

„Wenn wir mit der Verringerung des Rauchens ernst machen wollen , dann müssen wir auch den Entzug bezahlen. Jeder Tag, den wir damit warten, kostet Menschenleben”. Jährlich sterben den Angaben zufolge rund 140.000 Raucher an den Folgen ihrer Sucht.

Tabakabhängigkeit sei eine klinisch diagnostizierbare Krankheit, so Gaßmann weiter. Es gebe deshalb viele Gründe, auch für die Kassen, die Tabakentwöhnung zu bezahlen, „aber keinen einzigen, der dagegen spricht”. Studien hätten gezeigt, dass die Therapiekostenerstattung von Raucherentwöhnung nicht nur die Bereitschaft zum Mitmachen steigert, sondern auch die Erfolgsaussichten erhöht.

Nach Angaben der Suchtexperten liegt das Abhängigkeitspotenzial von Nikotin weit vor Heroin, Kokain, Alkohol oder Cannabis. Der volkswirtschaftliche Schaden, der jährlich durch Rauchen entsteht, wird auf über 17 Milliarden Euro beziffert bei 14,4 Milliarden Euro (2006) Einnahmen durch die Tabaksteuer. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat ihren Sitz im westfälischen Hamm und ist ein Zusammenschluss der in der Suchthilfe bundesweit tätigen Verbände.