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Köln: Studie: Therapien lassen Pfunde bei Kindern kurzfristig purzeln

Köln : Studie: Therapien lassen Pfunde bei Kindern kurzfristig purzeln

Etwa jedes zweite übergewichtige und fettleibige Kind schafft es mit einer Therapie, zumindest kurzfristig die Pfunde purzeln zu lassen.

Nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vom Donnerstag können damit auch der Gesundheitszustand und die Lebensqualität verbessert werden. Nachuntersuchungen müssten aber noch bestätigen, ob der Erfolg auch langfristig anhalte. Fast neun Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren in Deutschland seien übergewichtig, weitere sechs Prozent fettleibig.

Die BZgA untersuchte mit einer Studiengruppe an der Universität Ulm die kurzzeitigen Effekte von Therapien an 1900 Kindern und Jugendlichen. 14 Prozent waren bei Behandlungsbeginn übergewichtig, 86 Prozent waren fettleibig beziehungsweise extrem fettleibig. Nach der Therapie hatten 41 Prozent aller Patienten bis zu zehn Kilogramm abgenommen, 15 Prozent sogar bis zu 15 Kilogramm. 12,5 Prozent nahmen während der Therapie zu, weitere 12,5 Prozent brachen sie ab. Bei 19 Prozent blieb das Gewicht unverändert.

Die Studie zeige, dass Kinder in stationären Reha-Einrichtungen besser abnahmen als in ambulanten Therapien. Jüngere und nicht so stark übergewichtige Patienten waren erfolgreicher als ältere fettleibige Kinder. Infolge der Behandlung ging der Bluthochdruck zurück, erhöhte Blutfettwerte sanken. Psychische Auffälligkeiten wurden reduziert, das körperliche Wohlbefinden und die Lebensqualität verbesserten sich. Die Kinder bewegten sich mehr und saßen weniger vor dem Fernseher und Computer.

Die Direktorin der BZgA, Elisabeth Pott, warnte vor voreiligen Schlüssen. „Leider wissen wir aus anderen Studien, wie schwierig es ist, die gelernten gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen auf Dauer beizubehalten.” Es sei besonders schwierig, die neu gelernten Maßnahmen in den Alltag zu übertragen. Die langfristige Wirkung werde in Nachuntersuchungen überprüft, ein und zwei Jahre nach dem Behandlungsende.