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Gelsenkirchen: Studie: Mehr Gastpatienten in deutschen Krankenhäusern

Gelsenkirchen : Studie: Mehr Gastpatienten in deutschen Krankenhäusern

Die Zahl ausländischer Patienten in deutschen Krankenhäusern ist gestiegen. Im Jahr 2005 nahmen die Kliniken bundesweit 54.000 Patienten aus dem Ausland auf, rund 3400 mehr als ein Jahr zuvor.

Dabei sei sowohl die Zahl zufällig erkrankter Gäste als auch der gezielt für Operationen angereisten Patienten gestiegen, berichtete das Institut Arbeit und Technik (IAT) am Montag in Gelsenkirchen. „Etwa 14.000 Patienten ließen sich gezielt behandeln”, sagte Stephan von Bandemer.

Patienten reisen vor allem zu Behandlungen von Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Epilepsie oder Hüft- und Beinschäden an. Ziel seien spezialisierte Kliniken und Zentren. So seien zum Beispiel Bonn und Bielefeld für Epilepsie-Behandlungen bekannt, die Hamburger Endoklinik für Endoprothetik, sagte von Bandemer.

Einige Krankenhäuser haben der Studie nach erfolgreiche Netzwerke in den Golfstaaten und Russland aufgebaut. Andere seien bei der grenzüberschreitenden Versorgung erfolgreich, indem sie gemeinsam mit den Nachbarländern Versorgungsstrukturen aufbauen. Die kräftigsten Zuwächse verzeichnete Bayern bei Patienten aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait sowie Baden-Württemberg bei Patienten aus Frankreich und der Schweiz, aber auch Russland, Kuwait und Saudi- Arabien.

„Neben der Behandlung von Gastpatienten bestehen besonders große Potenziale für deutsche Krankenhäuser, Medizintechnik- und Pharmaunternehmen beim Aufbau von Gesundheitsleistungen im Ausland”, heißt es in der Analyse. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Health Care Export Initiative unterstütze deshalb deutsche Gesundheitsdienstleister und Unternehmen bei der Gewinnung von Gastpatienten und dem Aufbau internationaler Gesundheitsdienstleistungen. Beim Engagement in Ausland seien insbesondere die großen Wachstumsmärkte wie Indien, China und Russland von Bedeutung.