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Rom: Streit über Beschneidungen nach Todesfällen in Italien

Rom : Streit über Beschneidungen nach Todesfällen in Italien

Zwei Fälle von Beschneidungen an neugeborenen Knaben mit tödlichem Ausgang haben in Italien einen Streit um chirurgische Eingriffe aus religiösen Gründen ausgelöst.

Ärzte, Muslime und Juden fordern der römischen Tageszeitung „La Repubblica” vom Mittwoch zufolge, entsprechende Beschneidungen vom staatlichen Gesundheitsdienst ausführen zu lassen.

Das zwei Monate alte Kind einer Nigerianerin war in einem Krankenhaus im süditalienischen Bari verblutet, nachdem es in einer Privatwohnung beschnitten worden war. Der Präsident der islamischen Gemeinden Italiens, Mohamed Nour Dachan, rief daraufhin die Behörden auf, Beschneidungen aus religiösen Gründen in die staatlich garantierte gesundheitliche Grundversorgung aufzunehmen.

Die Staatssekretärin im Sozialministerium, Francesca Martini, verurteilte Beschneidungen dagegen als „barbarisch, primitiv und nutzlos”. Es handle sich um „rückständige Praktiken ohne Grundlage”. Parlamentarier der Mitte-Rechts-Regierungskoalition forderten ein Verbot aller Beschneidungen. Der Präsident der italienischen Rabbinervereinigung, Giuseppe Laras, warf der Regierung daraufhin Unwissenheit über Beschneidungen als religiöse Praxis vor.