Starkes Schwitzen im Sommer? Ein Symptom von Vitaminmangel?

Unterversorgung : Starkes Schwitzen im Sommer ein Symptom von Vitaminmangel?

Gerade bei besonders hohen Außentemperaturen fließt der Schweiß oft in Strömen. Doch nicht immer ist ausschließlich die Sommerhitze schuld daran. In einigen Fällen zeigt sich der erhöhte Flüssigkeitsverlust auch als Symptom eines Vitaminmangels.

Vitamin-B12-Mangel und weitere Gründe für Schweißbildung

Schwitzen, gerade bei hohen Außentemperaturen oder beim Sport, ist ein ganz normaler und sogar erwünschter Prozess. Die Verdunstung von Schweiß auf der Hautoberfläche schützt den Organismus vor einer Überhitzung und hält die Körpertemperatur stabil.

Doch nicht immer liegen dem Schwitzen rein natürliche Ursachen zugrunde. Eine ganze Reihe weiterer Faktoren kann dafür sorgen, dass uns die salzige Flüssigkeit aus den Poren rinnt - so zum Beispiel ein Vitaminmangel und dessen begleitende Symptome. Allem voran ist hier eine Unterversorgung mit Vitamin D (Calciferol) zu nennen.

Das sogenannte "Sonnenvitamin" ist im Organismus an der Regulation des Flüssigkeitshaushaltes beteiligt und nimmt dadurch Einfluss auf die Körpertemperatur und die Schweißproduktion. Je ausgeprägter der Mangel an Calciferol, desto größer die Wahrscheinlichkeit für eine vermehrte Transpiration, vor allem am Kopf.

Ein zusätzliches Vitamin, das in Zusammenhang mit dem Schwitzen stehen kann, ist B12 (Cobalamin). Bei einem schweren Mangel entstehen unter anderem Blutbildungsstörungen und Blutarmut, die wiederum zu einer ausgeprägten Leistungsschwäche führen. So kann bereits leichte körperliche Anstrengung mit Kurzatmigkeit, Herzklopfen und vermehrter Transpiration einhergehen. Das Schwitzen ist damit zwar kein direktes Symptom des B12-Vitaminmangels, steht mit diesem jedoch in enger Verbindung. Lesen Sie hier mehr zum Thema Vitamin-B12-Mangel.

Nicht zuletzt gibt es natürlich noch eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die starkes Schwitzen begünstigen. Dazu zählen unter anderem Störungen des Hormonhaushaltes (beispielsweise während der Wechseljahre), Nervosität, Übergewicht, eine Schilddrüsenüberfunktion oder die Erkrankung Hyperhidrose, bei der es ohne erkennbare Ursache zu einer ungewöhnlich starken Schweißbildung kommt.

Ab wann wird Schwitzen gefährlich?

Obwohl das Schwitzen eine notwendige Körperfunktion ist, kann es ab einem gewissen Ausmaß gefährlich für den Organismus werden. Zwei Faktoren sind daran maßgeblich beteiligt: Die erhöhte Ausscheidung von Flüssigkeit und der damit einhergehende Mineralstoffverlust. Gerade im Sommer, bei extrem heißen Temperaturen, fällt oft gar nicht auf, wie viel Schweiß schon über die Haut verdunstet ist. Ganz plötzlich kommt es dann zu ersten Symptomen eines Flüssigkeitsmangels (Dehydratation), beispielsweise Durst, Kopfschmerzen, Schwindel und Konzentrationsschwäche. Wird trotz dieser Anzeichen über einen längeren Zeitraum kein Wasser zugeführt, treten im schlimmsten Fall Nierenfunktionsstörungen oder sogar eine lebensbedrohliche Abnahme des Blutvolumens (Volumenmangelschock) auf.

Ein weiteres Problem ist der Verlust von Mineralstoffen (Elektrolyten), die über den Schweiß ausgeschieden werden. Die Zellen des Körpers sind auf ein präzise abgestimmtes Verhältnis der einzelnen Elektrolyte (wie Natrium und Kalium) angewiesen. Gerät dieses Verhältnis aus dem Gleichgewicht, kommt es zu Störungen der Zellfunktion mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen. Ein starker Natriummangel beispielsweise führt zunächst zu Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheit. Im nächsten Schritt können dann sogar Hirnschwellungen und Krämpfe auftreten. Daher gilt: Vorbeugung ist das A und O. Zum einen, um den Auslösern von vermehrtem Schwitzen (beispielsweise einem Vitaminmangel) vorzubeugen und zum anderen, um einem erhöhten Verlust von Mineralstoffen entgegenzuwirken.

Mineralstoff- und Vitaminmangel vorbeugen

Gegen hohe Außentemperaturen kann kaum etwas unternommen werden. Tritt das Schwitzen jedoch als Symptom eines Vitaminmangels auf, ist es möglich, vorzubeugen. In einem ersten Schritt sollten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung achten. Das Gleiche gilt übrigens auch im Rahmen eines Mineralstoffmangels. Bestehen diesbezüglich Unsicherheiten, kann das Gespräch mit einem Ernährungsberater Klarheit verschaffen.

Einige Personengruppen (beispielsweise Veganer oder schwangere Frauen) haben gelegentlich Schwierigkeiten, ihren Nährstoffbedarf rein über die Ernährung zu decken. Hier leisten spezielle Nahrungsergänzungs- oder Arzneimittel, mit denen sie einem Mineralstoff- oder Vitaminmangel vorbeugen können, gute Dienste. Der behandelnde Hausarzt sollte der erste Ansprechpartner sein, falls die Einnahme solcher Präparate (zum Beispiel gegen einen Vitamin-B12-Mangel) angedacht wird.

(vo)
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