1. Leben
  2. Gesundheit

Dresden: Stammzellen halten Gehirn fit

Dresden : Stammzellen halten Gehirn fit

Das menschliche Gehirn ist auch im fortgeschrittenen Alter noch entwicklungsfähig. Darauf deuten neuronale Stammzellen hin, die während des ganzen Lebens neue Nervenzellen produzieren. Bislang war in der Wissenschaft unklar, warum es im Gehirn Stammzellen gibt, da es sich doch nur begrenzt regenerieren kann.

Nun verdichten sich die Hinweise, dass die neuronalen Stammzellen eher für die Gesunderhaltung des Gehirns sorgen als für seine Regeneration, wie das Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) mitteilt.

Der Hippocampus - die für das Lernen entscheidende Hirnregion - erfordert Veränderungen auf der Ebene der Zellen (Plastizität). Wohl um diese Plastizität aufrechtzuerhalten, produzieren Stammzellen im Hippocampus auch bei erwachsenen Menschen permanent neue Nervenzellen, ein Vorgang, den Forscher als „adulte Neurogenese” bezeichnen. Geistige Aktivitäten und Sport stimulieren diesen Prozess.

„Unsere Vorstellung ist, dass neue Nervenzellen im Hippocampus es dem System ermöglichen, flexibel zu bleiben und auf die geistigen Anforderungen zu reagieren, die ein Mensch im Laufe seines Lebens erlebt”, sagt CRTD-Neurowissenschaftler Professor Gerd Kempermann. Neue Neuronen könnten eine besondere Reserve ergänzen, die angesichts von Degeneration und Nervenzellverlust eine bessere Kompensation ermögliche.

Andererseits könnte laut Kempermann ein Verlust der zellulären Plastizität möglicherweise zur Entstehung psychiatrischer Erkrankungen wie Depression, Schizophrenie und Demenz beitragen. Die Stimulierung der adulten Neurogenese könnte deshalb ein Weg sein, diesen Erkrankungen entgegenzuwirken.