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Berlin: Sport tut rheumakranken Kindern gut

Berlin : Sport tut rheumakranken Kindern gut

Unter steifen Gelenken leiden nicht etwa nur Senioren - auch junge Erwachsene und sogar Kinder können betroffen sein. Nicht selten steckt Rheuma dahinter.

„Der Zeitfaktor ist ganz entscheidend. Wenn die Gelenke länger als sechs Wochen steif sind oder schmerzen, sollten Eltern mit ihrem Kind einen Kinderarzt aufsuchen”, sagt Professor Tim Niehues, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR).

Rheuma ist eine chronische Entzündung der Gelenke, die starke Schmerzen verursachen kann. Während bei Erwachsenen häufig mehrere Körperteile wie Hände und Finger betroffen sind, ist Kinderrheuma eher auf ein Gelenk beschränkt. „Meist sind es die Knie”, sagt der Mediziner. Seltener sind schwere Formen, die mehrere Gelenke befallen und dann auch eine schlechte Prognose haben können.

Wichtig ist, dass das Leiden frühzeitig erkannt und behandelt wird. Laut Niehues sind die Medikamente mittlerweile so gut, dass sich das Kinderrheuma auswachsen kann oder die Beschwerden zumindest so weit abgeschwächt werden, dass die Betroffenen ein weitgehend unbeschwertes Leben führen können. Eine wichtige Rolle spielt auch die Krankengymnastik, die die medikamentöse Therapie in der Regel begleitet.

Zudem leistet Sport einen wesentlichen Beitrag für den Heilungsprozess. Deshalb sollten Eltern ihrem rheumakranken Kind keinesfalls verbieten, zum Fußball- oder Tennistraining zu gehen. „Voraussetzung ist allerdings, dass das Kind bei einem Kinderrheumatologen in Behandlung ist und akute Entzündungen bereits abgeklungen sind”, betont Niehues.

Etwa 15.000 Kinder in Deutschland leiden an einer rheumatischen Erkrankung. Besonders problematisch ist laut Niehues, dass es nur knapp 70 Kinderrheumatologen in ganz Deutschland gibt. Die GKJR drängt daher darauf, dass mehr Kinder- und Jugendärzte sich auf das Fachgebiet Kinderrheuma spezialisieren.

„Einen solchen Spezialisten sollten Eltern auch unbedingt aufsuchen, wenn der Verdacht nahe liegt, dass ihr Kind an einer rheumatischen Erkrankung leidet”, unterstreicht Niehues. Weitere Informationen zum Thema Kinderrheuma finden Eltern im Internet unter gkjr.de.