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Senden: Sonnenentwöhnte Augen brauchen Schutz

Senden : Sonnenentwöhnte Augen brauchen Schutz

Wer den trüben deutschen Winter verlässt, um sich in zuckerweißen Schneelandschaften oder an fernen Stränden zu erholen, sollte seine Augen schützen, rät der Sendener Augenarzt Georg Eckert.

„UV-Strahlung kann den durch die düstere Jahreszeit lichtentwöhnten Augen großen Schaden zufügen”, sagt das Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands. Intensive Sonnenstrahlung könne die Hornhaut „verblitzen”, also wie bei einem Sonnenbrand Zellen der oberen Hornhautschicht zerstören. „Das setzt sechs bis acht Stunden nach der starken Sonneneinwirkung ein und ist für die Betroffenen sehr schmerzhaft.” Das Auge träne dann stark und sei extrem lichtempfindlich oder „schneeblind”. Unter Umständen entzünde es sich.

Sonnenlicht birgt Risiko für Linsentrübung

Eine Hornhautverletzung oder durch Lichtreize ausgelöste Bindehautentzündung klingt nach den Erfahrungen des Augenarztes zwar in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab. „Aber die Hornhaut vergisst nichts, leichte Veränderungen, zum Beispiel in Form von kleinen Narben, bleiben zurück”, warnt Augenarztsprecher Eckert. Darüber hinaus kann das energiereiche Sonnenlicht die Proteinstruktur der Linse so verändern, dass sie trüb wird: „Das führt dann zum Grauen Star.” Starkes Licht, das auf die Netzhaut einwirke, begünstige wiederum eine Makuladegeneration, „die häufigste Ursache für Blindheit im Alter”. Deshalb mahnt Eckert dazu, die Augen wirksam vor der Sonne zu schützen, nicht nur an südlichen Stränden, sondern auch beim Wintersport. „Schnee und Eis reflektieren die Strahlung und erhöhen so deren Gefahr für Haut und Augen.” Je höher der Berg, desto höher sei außerdem die UV-Belastung, denn die dünnere Luft absorbiere weniger schädliche Strahlen.

Brille sollte Schutz von allen Seiten bieten

Eine gute Sonnenbrille könne UV-Strahlen zuverlässig abblocken, betont Eckert. „Sie sollte über einen UV-Filter von 100 Prozent verfügen und die CE-Kennzeichnung tragen, mit der die Hersteller bestätigen, dass die Brille gemäß den europäischen Richtlinien hergestellt wurde.”

Bestimmte Gläser böten zusätzlich Schutz vor energiereichem blauem Licht, das die Netzhaut an der Stelle des schärfsten Sehens, der Makula, schädigen könnte. „Wichtig ist aber vor allem, dass die Brille auch vor Lichteinfall von oben und von der Seite schützt.” Immer häufiger sei auch ein gutes Fernglas mit im Angebot. „Blicken Sie damit aber bitte nicht direkt in den Sonnenuntergang oder in andere Lichtquellen, denn das würde die Augen trotz allem blenden.”

Wer im Flugzeug oder ICE reist und zu trockenen Augen neigt, sollte ein Benetzungsmittel im Handgepäck haben, denn gerade bei längeren Flügen oder Fahrten kann die klimatisierte, trockene Luft die Beschwerden verstärken. „Patienten, die wegen einer Augenkrankheit regelmäßig Augentropfen nehmen, sollten darauf achten, dass sie nicht nur Vorrat für den Urlaub dabei haben, sondern für unvorhergesehene Fälle auch Tropfen im Handgepäck.”