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So schläft Deutschland - Probleme bei Arbeitnehmern

Berlin : So schläft Deutschland - Probleme bei Arbeitnehmern

Längst handelt es sich um bewiesene Fakten, die nicht von der Hand zu weisen sind: Etwa 80 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter Schlafproblemen.

Diese zeigen sich entweder beim verzögerten Einschlafen oder einem häufigen Aufwachen in der Nacht. Doch welche Ursachen lassen sich dafür ausmachen und wie ist dagegen vorzugehen?

Die falsche Einrichtung

Bereits bei der Einrichtung des Schlafzimmers kann die Schlafqualität über viele Jahre hinweg beeinflusst werden. Generell legen Menschen in Deutschland zu wenig Wert auf die Wahl der richtigen Matratze, so die Experten. Während in repräsentative Bereiche der Wohnung viel Geld investiert wird, mangelt es am Verständnis für die Bedeutung der Qualität im Schlafzimmer. Die gewählten Matratzen sind aus diesem Grund oft zu hart und deshalb nicht in der Lage, den Bedürfnissen des Schlafenden gerecht zu werden.

Beim Kauf gilt es zunächst den passenden Härtegrad zu beachten. Anbieter im Internet setzen inzwischen auf sehr detaillierte Beschreibungen ihrer Produkte. Dadurch haben die Kunden auch im Internet die Möglichkeit, sich genau mit den Produkten auseinanderzusetzen.

Dort wird darauf hingewiesen, dass es nicht möglich ist, pauschalen Empfehlungen zu folgen. So hängt zum Beispiel der richtige Härtegrad stark davon ab, wie es um die Statur des Schlafenden bestellt ist. Denn anhand des Körpergewichts entscheidet sich, welchen Widerstand die Matratze bieten muss, um für einen Ausgleich zu sorgen.

Abseits des Einflusses auf einen gesunden Schlaf tragen Matratzen noch weitere Auswirkungen in sich. Ein zu harter Untergrund lässt voluminöse Körperteile nicht ausreichend einsinken. In der Folge entsteht eine unnatürliche Haltung, die zu Problemen mit den organischen Strukturen des Körpers führen kann. Nur Personen, denen es gelingt, für einen angemessenen Ausgleich zu sorgen, sehen sich mit diesen Problemen nicht konfrontiert.

Ständige Erreichbarkeit

Eine weitere Falle des 21. Jahrhunderts ist die ständige Erreichbarkeit. Als Benutzer von Smartphones neigen wir dazu, mehrmals pro Stunde einen Blick auf dieses zu werfen. Dies gilt auch für die späten Abendstunden, in denen wir uns also einer Flut an visuellen Reizen aussetzen.

Unser Gehirn ist aus diesem Grund nicht dazu in der Lage, sich mehr und mehr auf den nun anstehenden Schlaf einzustellen. Damit steht wiederum die Gefahr in Verbindung, sich zu sehr von der nächtlichen Ruhe ablenken zu lassen und dadurch den so wichtigen Fokus auf das Wesentliche zu verlieren.


Es sind oftmals Arbeitnehmer, die von diesem Phänomen betroffen sind. An vielen Arbeitsplätzen ist üblich, auch in den Abendstunden für einen grundlegenden Austausch per E-Mail bereitzustehen. So fällt es selbst nach Feierabend schwer, den eigenen Fokus zu wechseln und ihn auf die Erholung und Regeneration zu lenken. Experten empfehlen Betroffenen aus diesem Grund, sich hin und wieder aus diesem Kreislauf zu befreien.

In der Regel ist dies nur mit dem Setzen einer eindeutigen Deadline an sich selbst möglich, die auch dem Arbeitgeber klar und deutlich kommuniziert wird. Ab einer bestimmten Uhrzeit werden so keine Anrufe und Kontaktversuche mehr entgegengenommen, um die Ruhe nicht in Gefahr zu bringen.

Ungleiche Zeiten und Rhythmen

Aus evolutionärer Sicht ist unser Körper auf einen festen Schlafrhythmus ausgerichtet. Dieser sorgt dafür, dass wir am Morgen fit und in belebender Frische aufwachen, während am Abend ab einer bestimmten Stunde die Müdigkeit einsetzt. In der modernen Arbeitswelt ist es für viele Menschen nicht mehr möglich, sich an einen solchen Rhythmus zu halten.

Die festen Zeiten werden immer wieder über den Haufen geworfen, was sich auf lange Sicht schlecht auf die Schlafqualität auswirkt und sogar zu chronischen Störungen führen kann. Während es an Werktagen beispielsweise notwendig ist, sich um 6.00 Uhr aus dem Bett zu quälen, nutzen Arbeitnehmer das Wochenende, um sich davon zu erholen. Das späte Aufstehen an freien Tagen stellt den Körper nun vor ein Problem der Umstellung, welches auf lange Sicht negative Auswirkungen mit sich bringt.

Natürlich ist es ohne einen asketischen Anspruch nicht möglich, solche Ideale ohne Probleme in den Alltag zu integrieren. Doch Schlafforscher machen stets auf Mittel und Wege aufmerksam, wie sie sich zumindest in Ansätzen in die Tat umsetzen lassen.

(vo)