Washington: Silberpartikel sollen Schlaganfall verhindern

Washington: Silberpartikel sollen Schlaganfall verhindern

Nanopartikel aus Silber sollen künftig Herzinfarkte und Schlaganfälle verhüten: Die kleinen Edelmetall-Kügelchen hindern die Blutplättchen daran, sich zu Gerinnseln zusammenzuballen, wie indische Forscher beobachtet haben.

Sie testen die Silberpartikel bereits an Mäusen, bei denen die Blutgerinnung um vierzig Prozent abnahm, ohne offensichtliche Nebenwirkungen. Siddhartha Shrivastava von der Banaras-Hindu-Universität in Varanasi und seine Kollegen schreiben über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „ACS Nano” (doi: 10.1021/nn900277t).

Blutgerinnsel führen häufig zu Thrombosen, Schlaganfällen, Herzinfarkten und Lungenembolien. Medikamente, die üblicherweise zur Vorbeugung eingenommen werden, können zu Komplikationen durch Blutungen führen. Das soll mit den Silberpartikeln ganz anders werden: Die winzigen Metallkügelchen, deren Durchmesser nur etwa ein 50.000stel eines menschlichen Haares beträgt, lagern sich an die Blutplättchen an und verhindern, dass diese aneinanderkleben.

Dabei löst das Silber die Blutplättchen nach ersten Beobachtungen der Forscher nicht auf, sondern hält sie lediglich in einem inaktiven Zustand.

Da Silber zudem auch antibakteriell wirkt, können sich die Wissenschaftler eine Anwendung zum Beispiel in Stents vorstellen, kleinen Drahtgeflecht-Implantaten, die unter anderem Blutgefäßwände stützen.

In der Studie wurden die Partikel direkt ins Blut gespritzt. Bevor die Nanopartikel tatsächlich in der Praxis beim Menschen Verwendung finden, müssen weitere Tests jedoch Nebenwirkungen wie Vergiftungserscheinungen ausschließen.

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