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Bonn: Sehstörungen nicht ignorieren

Bonn : Sehstörungen nicht ignorieren

Sehstörungen wegen eines Schlaganfalls oder Tumors bleiben häufig unbemerkt oder werden verharmlost. Denn selbst Ausfälle von größeren Bereichen des sogenannten Gesichtsfeldes können vom Gehirn zumindest so kompensiert werden, dass sie visuell nicht auffallen.

Gleichwohl fehle den Betroffenen mitunter die Hälfte des normalen Sehfeldes, was sie zu einer Gefahr für sich selbst und andere beispielsweise im Straßenverkehr mache, warnt Professor Frank G. Holz, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Bonn.

Ihm zufolge werden Ausfälle des Gesichtsfeldes meist nur bemerkt, wenn die Netzhautmitte betroffen ist - die Stelle des schärfsten Sehens. Liegen die Ausfälle dagegen weiter außen, fühlen sich Patienten im Alltag kaum beeinträchtigt. Aber es gibt laut Holz subtile Hinweise auf eine Sehstörung: So wunderten sich Betroffene häufig darüber, dass sie sich verstärkt an Türrahmen stießen oder mit anderen Personen kollidierten. Andere hätten Schwierigkeiten, beim Lesen den Anfang der nächsten Zeile zu finden. „In diesem Fall sollte man misstrauisch werden und einen Augenarzt aufsuchen”, rät Holz.