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Bamberg: Schulranzen schützt Kinder vor Haltungsschäden

Bamberg : Schulranzen schützt Kinder vor Haltungsschäden

Für Erstklässler beginnt im Spätsommer mit der Einschulung der Ernst des Lebens. Den ganzen Vormittag müssen sie die Schulbank drücken, und nachmittags stehen daheim auch noch Hausaufgaben an. Das kann für den Geist, aber auch für den Körper schnell zur Belastung werden:

„Wenn Kinder stundenlang gekrümmt am Schul- oder Schreibtisch sitzen, kann es langfristig zu Haltungsschäden kommen”, warnt Gerd Hohenberger, Kinderorthopäde in Bamberg. Vor allem die Bandscheiben im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule sowie am Übergang zum Kreuzbein würden bei falscher Sitzhaltung in Mitleidenschaft gezogen.

Zwar bekämen Kinder keine Bandscheibenbeschwerden wie Erwachsene. „Muskuläre Störungen in diesem Bereich können aber Frühauslöser für ernstere Probleme im Erwachsenenalter sein”, sagt Hohenberger. Der Mediziner rät Eltern darauf zu achten, dass ihr Sprössling bei den Hausaufgaben die richtige Sitzposition einnimmt. „Damit das Kind gerade sitzt, sollte vor allem der Stuhl in der passenden Höhe eingestellt sein”, erläutert Hohenberger.

Dies gelte auch für den Unterricht in der Schule. „Lehrer sollten ebenfalls aufpassen, dass ihre Schüler gerade sitzen”, sagt der Mediziner. Zudem sei eine moderne Ausstattung des Klassenzimmers zu empfehlen. „Langes Sitzen sollte durch geeignetes Mobiliar dynamischer und rückenfreundlicher gestaltet werden”, betont Hohenberger.

Harte Holzstühle aus dem vergangenen Jahrhundert seien dagegen weniger geeignet. Für den Transport von Büchern empfiehlt der Orthopäde einen klassischen Schulranzen beziehungsweise Tornister. Diese passen sich in der Form meist optimal dem Rücken des Kindes an. „Zudem gewährleisten die breiten Gurte eine sehr gute Gewichtsverteilung”, sagt Hohenberger.

Allerdings sollte der Ranzen nicht überladen werden: „Anstatt alle Bücher mitzuschleppen, sollte die Schultasche besser für jeden Schultag neu gepackt werden”, rät der Mediziner. Schließlich ist regelmäßige Bewegung nach Angaben von Hohenberger die ideale Prävention gegen Haltungsschäden. Sport stärkt die Rückenmuskulatur und gibt damit der Wirbelsäule mehr Halt. „Kinder, die in der Freizeit nur passiv vor dem Computer oder Fernseher sitzen, sind dagegen besonders anfällig für Rückenprobleme”, sagt der Orthopäde.