Kassel: Schmerzfrei wandern mit gut sitzenden Wanderschuhen

Kassel: Schmerzfrei wandern mit gut sitzenden Wanderschuhen

Ob man eine Wanderung in guter Erinnerung behält, hängt sehr vom Schuhwerk ab. Deshalb sollte man bei der Wahl der Wanderschuhe keine Kompromisse eingehen, sagt Ingo Seifert-Rösing vom Deutschen Wanderverband.

Den optimalen Schuh für alle Gelegenheiten gebe es jedoch nicht. Unterschieden werden könne zwischen Halbschuhen, Wanderstiefeln und Bergstiefeln. Trekkingsandalen können in warmen Gefilden für die Füße eine luftige Wohltat sein. Allerdings sind diese eingeschränkt für Wanderungen geeignet: „Sie sind nur auf festen, gut ausgebauten Wegen zu empfehlen, da sie den Fuß nicht vor Verletzungen schützen”, sagt Seifert-Rösing.

Bei der Wahl der Wanderschuhe spielt es eine große Rolle, wo man wandern will. Für leichte Touren auf geradem und festem Untergrund kann ein Halbschuh mit fester Sohle ausreichen, die Wanderung im Mittelgebirge sollte man mit einem knöchelhohen und gut profilierten Wanderschuh unternehmen, Hochgebirgstouren mit Bergstiefeln, rät Seifert-Rösing. Die Profil-Sohle sorge für gute Bodenhaftung und biete Halt auf rutschigem Untergrund, der hohe Schaft schütze vor dem Umknicken. „Die dickere und härtere Sohle mag im ersten Augenblick unbequem erscheinen, schont aber abseits fester Wege oder im steinigen Gelände nicht nur die Gelenke sondern auch die Füße vor Ermüdung.”

Die Wahl des Materials ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, es gebe keine allgemeingültige Empfehlung. Wichtig sei, dass es vor Nässe schütze. Angeboten werden Schuhe aus Leder, aus atmungsaktiven Kunststoffmaterialien oder einer Kombination aus beidem. Wanderschuhe sollten zum besseren Trocknen eine herausnehmbare Einlegesohle haben.

Seifert-Rösing empfiehlt, Wanderschuhe am Nachmittag zu kaufen, da die Füße im Lauf des Tages größer werden. „Sie müssen auf Anhieb gut passen. Ein Schuh, der beim Anprobieren drückt, wird auf längeren Wanderungen Blasen oder schmerzende Druckstellen verursachen.” Anders als bei Straßenschuhen, passen sich feste Wanderschuhe nicht an den Fuß an. Der Schuh muss deshalb von vornherein zum Fuß passen. Das heißt, er darf auch nicht zu groß sein. „Ein entscheidendes Kriterium ist die Zehenfreiheit, die circa zwei bis drei Millimeter betragen sollte.” Empfehlenswert sei, bei der Anprobe Wandersocken zu tragen, da diese in der Regel dicker sind als normale Strümpfe.

Blasen lassen sich nicht immer vermeiden. Knubbel in den Socken oder kleine Steine und Sandkörner können die Haut reizen. Schützend wirken die speziellen Wandersocken. Sie sind an den rechten und linken Fuß angepasst, haben keine Nähte an ungünstigen Stellen, sind an Zehen und Fersen verstärkt. Wichtig sei, dass sie eng am Fuß anliegen. Auf der Tour sollte man unbedingt Blasenpflaster dabei haben. Diese halten die Wunde feucht, enthalten heilungsfördernde Substanzen und sind gepolstert. „Wer weiß, dass seine Fersen empfindlich sind, kann diese schon zu Beginn der Wanderung mit so einem Pflaster schützen”, lautet der Tipp des Experten.