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Neuss: Schlafattacken sind bei Narkoleptikern kein Zeichen von Faulheit

Neuss : Schlafattacken sind bei Narkoleptikern kein Zeichen von Faulheit

Tagesschläfrigkeit wird häufig als Faulheit oder mangelnde Disziplin gewertet. Doch bei etwa 24.000 Menschen in Deutschland beruht sie nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Neuss auf einer ernsthaften Erkrankung: Narkolepsie.

Die Schlafattacken treten bei Betroffenen in allen Lebenslagen auf, zum Beispiel mitten in einem Gespräch, beim Essen oder Autofahren. Gefühlsregungen wie Lachen, Ärger oder Überraschung können eine plötzliche Erschlaffung der Körpermuskulatur auslösen. Bei einem stärkeren Anfall, können die Patienten auch stürzen.

Es sei daher sinnvoll, Arbeitskollegen und den Freundeskreis über die Erkrankung zu informieren, empfiehlt Frank Bergmann, Vorsitzender des BVDN. „Wenn der Chef und die Kollegen über die Erkrankung Bescheid wissen, kann der Betroffene von für ihn lebensgefährlichen Aufgaben, wie dem Bedienen großer Maschinen, befreit werden.” Hilfreich seien regelmäßige Schlafzeiten, um die Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus bei der Erkrankung zu kontrollieren. „Ausreichender Nachtschlaf mit regelmäßigen Zubettgeh- und Aufstehzeiten kann den unkontrollierbaren Schlafanfällen entgegenwirken”, sagt Bergmann. Auch zwei bis drei Schlafpausen von etwa 20 Minuten könnten helfen, tagsüber leichter wach zu bleiben.

Um die Symptome zu behandeln, ist eine Kombination aus medikamentöser Therapie und Verhaltensmaßnahmen sinnvoll, die Arzt und Patient gemeinsam erarbeiten. Einige Patienten haben dem in Aachen als Neurologe, Psychiater und Psychotherapeut tätigen Experten zufolge zum Beispiel gelernt, einen Lähmungsanfall zu verhindern, indem sie die Luft anhalten, Fäuste machen oder an etwas Neutrales denken. Die Erkrankung beginnt meist bereits in der Jugend, selten nach dem 35. Lebensjahr.