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Coesfeld: Sanfte Aufnahme - Impfstoffe werden meist in den Oberarm gespritzt

Coesfeld : Sanfte Aufnahme - Impfstoffe werden meist in den Oberarm gespritzt

Impfungen schützen uns vor den verschiedensten Infektionskrankheiten. Doch welche Körperstelle ist am besten geeignet für die Spritze?

„Üblicherweise spritzen Ärzte in den äußeren Oberarm, also den Oberarmmuskel”, sagt Ansgar Arend, Allgemeinmediziner aus Coesfeld. Denn der Impfstoff müsse in einen Muskel verabreicht werden, und der Oberarmmuskel sei mit der Spritze nun einmal gut zu erreichen.

Feine Blutgefäße durchziehen den Oberarmmuskel, über diese nehme der Blutkreislauf den Impfstoff langsam auf. Der Körper reagiere so am besten auf diese abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserreger und bilde Abwehrstoffe. Dabei ist es gewollt, dass der Prozess allmählich, über mehrere Stunden hinweg, abläuft: „Würde der Arzt den Impfstoff direkt in ein Gefäß spritzen, so könnte es zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen”, sagt Arend. „Bei Kindern ist der Oberarmmuskel noch nicht richtig ausgebildet, so dass bei ihnen auch schon mal in den Oberschenkelmuskel gespritzt wird”, sagt der Allgemeinmediziner.

Bis vor etwa 20 Jahren gab es die Spritze häufig in den Po. Das sei heute aber nicht mehr üblich. Denn den Gesäßmuskel durchziehen große Nervenbahnen. Und heute wisse man, dass der Arzt beim Spritzen den Ischiasnerv verletzen kann, sagt Arend. Hinzu kommt, dass der Po-Muskel meist von einer dicken Fettschicht umgeben ist: „Spritzt der Arzt hier hinein, so kann es passieren, dass der Impfstoff gar nicht bis zum Muskel vordringt, und seine Wirkung nicht entfalten kann.” Es sei nicht auszuschließen, dass es vereinzelt noch Ärzte gibt, die in den Po spritzen, sagt Arend. „Als Patient würde ich dann nachfragen, ob ich die Impfung nicht in den Arm bekommen könnte.”