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Rheuma​: Mit Krankengymnastik zu mehr Beweglichkeit​

Rheuma : Mit Krankengymnastik zu mehr Beweglichkeit

Oberstes Ziel einer erfolgreichen Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen ist es, die Symptome zu lindern und die Gelenke beweglich zu halten. Mediziner verschreiben Rheumapatienten deshalb neben wirksamen Medikamenten zusätzlich Physiotherapie.

Massieren, dehnen, strecken - was wie Wellness klingt, ist für Menschen mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung ein wichtiger Schritt zurück in einen Alltag mit weniger Schmerzen. Physiotherapie ist ein fester Bestandteil einer erfolgreichen Rheumatherapie. Sie dient dem Erhalt der Beweglichkeit und beugt Versteifungen der Gelenke vor.

Entzündungen in den Gelenken

In Deutschland leiden 1,5 Millionen Menschen unter entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, das sind etwa zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Ein fehlgeleitetes Immunsystem führt zu chronischen Entzündungen in den Gelenken. Das ist zum Beispiel bei der häufigsten Form, der rheumatoiden Arthritis, der Fall - aber auch bei einer Psoriasis-Arthritis, die in Verbindung mit einer Schuppenflechte auftritt. Ist die Wirbelsäule betroffen, sprechen Mediziner von einer axialen Spondyloarthritis.

Rheumatische Erkrankungen lassen sich zwar nicht heilen, die moderne Medizin hält aber wirksame Therapieoptionen bereit. Sie können den Krankheitsverlauf aufhalten, sodass die Betroffenen oft nahezu beschwerdefrei durchs Leben gehen können.

 Eine Handmassage kann wohltuend sein und hält rheumatische Gelenke beweglich.
Eine Handmassage kann wohltuend sein und hält rheumatische Gelenke beweglich. Foto: Pixabay/andreas160578

Erfolgreiche Therapie

Neben einer entzündungshemmenden Medikation und einer ausgewogenen Ernährung sind physiotherapeutische Behandlungen ein fester Bestandteil der Therapie entzündlich-rheumatischer Erkrankungen. Je nachdem, welche Diagnose vorliegt und was der behandelnde Arzt empfiehlt, stellt der Physiotherapeut für jeden Patienten ein individuelles Behandlungsprogramm zusammen. Dabei greift er auf verschiedene Anwendungsmethoden zurück.

Krankengymnastische Übungen, manuelle Therapie und auch Wassergymnastik verbessern die Beweglichkeit und beugen Fehlstellungen der betroffenen Gelenke vor. Außerdem stärkt das Körpertraining die Muskeln und fördert Koordination sowie Ausdauer. Für eine bessere Durchblutung und allgemeine Anregung sorgen Massagen. Wärme-, Kälte- und Elektrotherapie lassen ebenfalls das Blut besser fließen und stimulieren darüber hinaus Muskel- sowie Nervenfasern.

Außerdem wirken sie entspannend und schmerzstillend.
Genauso wichtig ist es, dass sich die Patienten im Alltag ihrer Krankheit entsprechend verhalten: Was kann ich meinen Gelenken zumuten? Welchen Sport darf ich noch machen? Was ist zu viel und was sollte sein? Der Therapeut klärt nicht nur auf, sondern kann direkt zeigen, wie sich die Empfehlungen in der Praxis umsetzen lassen.

Damit Patienten auch nach den physiotherapeutischen

Sitzungen am Ball bleiben, hat die Deutsche Rheuma-Liga gemeinsam mit Krankengymnasten ein spezielles Funktionstraining entwickelt. Es findet stets in der Gruppe statt, gemeinsam sind die Betroffenen erfahrungsgemäß motivierter. Trainiert wird in warmem Wasser oder in der Halle. Aufgrund der Coronapandemie bietet die Patientenorganisation mittlerweile zudem Onlinekurse an.

(vo)