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Neuss: Psychotherapie hilft Menschen mit chronischem Tinnitus

Neuss : Psychotherapie hilft Menschen mit chronischem Tinnitus

Die Lebensqualität von Tinnitus-Patienten kann laut Experten durch eine Psychotherapie erheblich verbessert werden. Viele Menschen mit dem belastenden Pfeifen, Zischen oder Brummen im Ohr litten auch unter Depressionen oder Angststörungen, teilt der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Neuss mit.

„Eine Behandlung dieser begleitenden seelischen Störungen erleichtere den Betroffenen oftmals den Umgang mit dem Ohrgeräusch”, erläutert der BVDN-Vorsitzende Frank Bergmann. Darüber hinaus helfen Entspannungsverfahren Tinnitus-Patienten, Stress in den Griff zu bekommen und ihren Alltag besser zu bewältigen.

„Ein plötzlich auftretender Tinnitus infolge eines Hörsturzes oder starker Lärmeinwirkung sollte jedoch unverzüglich mit durchblutungsfördernden Medikamenten behandelt werden”, so Bergmann.

Nur so lasse sich verhindern, dass die Ohrgeräusche chronisch werden, mahnt der Psychiater und Psychotherapeut aus Aachen. Häufig tritt ein Tinnitus bei hoher Stressbelastung auf, meist im Berufsleben. Auch starker Lärm wie ein Knall oder der Besuch eines Rockkonzertes können die Ohrgeräusche auslösen.

„Bereits durch ein einziges lautes Geräusch nahe am Ohr können die Hörsinneszellen empfindlich verletzt werden”, warnt Bergmann. Interpretiere das Gehirn die veränderte Information aus dem Innenohr fälschlicherweise als Geräusch, entstehe ein Tinnitus. „Wegen der zunehmenden Lärmbelastung durch MP3-Player, in Diskotheken und zum Teil bereits durch Kinderspielzeug entwickelt sich ein Tinnitus immer öfter bereits in jungen Jahren”, sagt der Experte.

Etwa 30 Prozent der Bevölkerung kennen Ohrgeräusche als vorübergehendes Phänomen, 8 Prozent erleben einen störenden Tinnitus. Bei etwa 1 Prozent sind durch die Ohrgeräusche die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt.