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Bielefeld/Düsseldorf: Prämien für neue Praxen: In vielen Kommunen droht Ärztemangel

Bielefeld/Düsseldorf : Prämien für neue Praxen: In vielen Kommunen droht Ärztemangel

In Nordrhein-Westfalen droht in 59 Städten und Gemeinden ein Mangel an Hausärzten. In weiteren 40 Kommunen ist die hausärztliche Versorgung auf mittlere Sicht gefährdet.

Dies berichtet das in Bielefeld erscheinende „Westfalen-Blatt” unter Berufung auf das NRW-Gesundheitsministerium. Mit Prämien will die Landesregierung jetzt Ärzte aufs Land locken, heißt es in dem Zeitungsbericht. Ein Ministeriumssprecher bestätigte, dass das Land mit Prämienzahlungen neue Arztpraxen fördern will.

Mediziner, die sich für zehn Jahre in einer Stadt niederlassen, in der ein Hausärztemangel droht, sollen als Bonus 50.000 Euro erhalten. Wird eine Arztpraxis in einer Stadt eröffnet, die auf mittlere Sicht von einer Unterversorgung bedroht ist, beträgt die Prämie 25.000 Euro. Bei Gründung oder Übernahme einer Zweigpraxis in Mangelgebieten werden 10.000 Euro gezahlt.

Zudem will das Land mit einem Stipendium junge Mediziner dazu bringen, sich zu Hausärzten ausbilden zu lassen. Sie erhalten zwei Jahre lang 2000 Euro im Monat, wenn sie in eine Praxis in einer Mangelregion gehen. Mit diesem Geld soll die Gehaltsdifferenz zum Krankenhaus ausgeglichen werden.

In einer Klinik bekommen die jungen Ärzte 4000 Euro im Monat, in einer Arztpraxis 2040 Euro. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) will außerdem die Allgemeinmedizin an den Universitäten stärken, etwa durch die Einrichtung einer Stiftungsprofessur aus Landesmitteln.