Osnabrück: Notärzte: Wartezeiten auf Rettungsdienst werden „drastisch” länger

Osnabrück: Notärzte: Wartezeiten auf Rettungsdienst werden „drastisch” länger

Notfallpatienten müssen künftig deutlich länger auf den Rettungsdienst warten. Durch Personalengpässe und die Ausdünnung der Krankenhauslandschaft werde sich die Eintreffzeit eines Notarztes „drastisch” verlängern, warnt die Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands (BAND).

Vor fünf Jahren habe es im Bundesdurchschnitt bereits fast zwölf Minuten gedauert, bis ein Notarzt am Einsatzort angekommen sei, sagte Verbandschef Detlef Blumenberg auf ddp-Anfrage. Inzwischen dauere es erheblich länger. Genaue statistische Daten gebe es bislang jedoch nicht.

Blumenberg betonte, optimal sei eine Zeitspanne von maximal zehn Minuten. In schwerwiegenden Fällen zähle „jede Minute”. Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zum Beispiel schrumpfe die Überlebenschance ohne medizinische Behandlung jede Minute um zehn Prozent.

Insbesondere in ländlichen Gebieten sei die Versorgung problematisch, mahnte der Mediziner. Die Klinikdichte und Personalausstattung schrumpfe immer weiter. Ein Notarzt, der einen Patienten mit einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall bis in eine weit entfernte Spezial-Klinik begleiten müsse, sei lange gebunden und falle im Zweifel für den nächsten Einsatz aus. Das habe wiederum zur Folge, dass beim nächsten Notruf ein Arzt aus einem anderen, entfernteren Einsatzgebiet alarmiert werden müsse. Dadurch verstreiche kostbare Zeit.

Blumenberg forderte, insbesondere im ländlichen Raum mehr Notfallmediziner einzusetzen. Derzeit verringere sich deren Anzahl durch die Schließung von Krankenhäusern jedoch immer mehr.

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