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Hamm: Not-Kaiserschnitt nur bei noch lebendem ungeborenen Kind

Hamm : Not-Kaiserschnitt nur bei noch lebendem ungeborenen Kind

Kann ein Krankenhaus beim ungeborenen Kind einer Schwangeren keine Herztöne mehr feststellen, muss es keinen Not-Kaiserschnitt einleiten. Denn Voraussetzung für den Eingriff ist, dass das Kind mit Sicherheit noch lebt und ohne die Not-Operation vermutlich sterben würde. Nur dann sei es gerechtfertigt, das Leben und die Gesundheit der Mutter den mit der OP verbundenen Risiken auszusetzen.

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor, auf das die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins hinweist (Az.: 26 U 191/12).

In dem Fall hatte eine Frau auf Schmerzensgeld geklagt, die ihren Sohn in einem Krankenhaus tot zur Welt gebracht hatte. Ihrer Ansicht nach hätte ihr Kind bei ordnungsgemäßer Überwachung und Behandlung durch die Klinik-Mitarbeiter bei der Geburt noch gelebt, wenn sie einen Not-Kaiserschnitt bekommen hätte.

Das Gericht sah kein falsches Verhalten des Personals. Es sei nicht vorherzusehen gewesen, dass die Schwangerschaft vorzeitig endet. Die engmaschige ambulante Überwachung, zu der der Frau geraten worden war, sei ausreichend gewesen. Das Kind sei nicht mehr zu retten gewesen, als sie am Tag der Geburt in die Klinik kam. Das CTG-Gerät, an das die Frau direkt nach ihrem Eintreffen angeschlossen worden war, habe schon keine Herztöne des Kindes mehr angezeigt. Deshalb wurde kein Not-Kaiserschnitt mehr vorgenommen.

(dpa)