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Köln: Niesanfall am Steuer: Gefahr durch Allergien

Köln : Niesanfall am Steuer: Gefahr durch Allergien

Millionen Deutsche leiden jedes Jahr unter Heuschnupfen und anderen Pollenallergien. Im Straßenverkehr bewegen sich die Betroffenen mit erhöhtem Risiko. Forscher aus New York haben die Folgen von Pollen-Attacken dokumentiert.

Sie konfrontierten Heuschnupfenpatienten während der Saison in einem mehrstündigen Test mit Aufgaben aus dem täglichen Leben, aber auch mit Notfallsituationen. „Bei 25 gemessenen Leistungsparametern wurde in sechs Fällen ein deutlich reduziertes Leistungsvermögen festgestellt”, berichtet Ralph Mösges, Allergologe am Universitätsklinikum Köln. „Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass das Unfallrisiko eines Allergikers um etwa 30 Prozent gegenüber dem eines Nichtallergikers erhöht ist.”

Alfred Fuhr vom AvD-Institut für Verkehrssoziologie legt nach: „Fachleute bestätigen, dass allergiegeplagte Autofahrer im Straßenverkehr mindestens so gefährlich sind wie alkoholisierte.” Bei Tempo 100 lege man während eines heftigen Niesers gut rund 30 Meter unkontrolliert zurück.

Was tun? Zunächst einmal gibt es inzwischen sehr wirksame Medikamente. Doch hier gilt es, sorgsam den Beipackzettel zu lesen und einen Arzt zu konsultieren, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Wer am Steuer von einem Allergie-Schub überrascht wird, sollte die Fahrt aus Sicherheitsgründen sofort abbrechen. Aber man kann auch vorbeugen, nämlich vor dem Reiseantritt: Fenster sowie das Schiebedach sollten während der Fahrt immer geschlossen und die Lüftung ausgeschaltet bleiben. Wenig zweckmäßig ist es, längere Zeit auf Umluft zu schalten, weil dann die Scheiben beschlagen.

Erleichterung bringt es, einen Pollenfilter oder besser noch einen Kombifilter mit Aktivkohle zu verwenden. Dieser hält neben Pollen, Ruß und Staub auch Abgase vom Innenraum fern. Der Filter sollte allerdings regelmäßig gewechselt werden. Die Filtereinsätze sind im Fachhandel erhältlich. Wer sein Auto regelmäßig in der Wartung hat, kann davon ausgehen, dass die Filterleistung ausreichend ist, weil die Inspektionsvorgabe einen regelmäßigen Wechsel enthält. Generell sollte der Filter einmal im Jahr ausgetauscht werden. Hilfreich ist zudem, die Klimaanlage auf kühl zu stellen, da die allergischen Beschwerden dann leichter zu ertragen sind. Und „das Tragen einer Sonnenbrille entlastet die Augen”, ergänzen ADAC-Fachleute.

Beim Parken sollte man beachten, dass Bäume nicht nur Schatten spenden, sondern auch Pollen auf das Fahrzeug regnen lassen. Und Mantel oder Jacke sollten besser im Kofferraum verstaut werden, damit sich anhaftende Pollen nicht auf den Vorder- oder Rücksitzen verteilen können.