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Berlin: „Nickelfreie Diät” bei Nickelallergie meist überflüssig

Berlin : „Nickelfreie Diät” bei Nickelallergie meist überflüssig

Die wenigsten Nickelallergiker müssen sich „nickelfrei” ernähren.

Darauf weist der Hautarzt Arno Köllner vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) in Berlin hin. Zwar sei Nickel überall in der Umwelt, etwa im Trinkwasser oder in Hülsenfrüchten oder Vollkornprodukten, zu finden. Allerdings seien die Mengen verschwindet gering, so dass sie allergologisch kaum eine Rolle spielten. Auch die Befürchtung, dass Nickel aus Besteck oder beim Kochen aus Töpfen freigesetzt wird, sei unbegründet.

Bei einer nachgewiesenen Nickelallergie sollten Betroffene aber lebenslang unbedingt auf Modeschmuck und Piercings verzichten. Auch Hautkontakt mit nickelhaltigen Jeansknöpfen, Gürtelschnallen oder BH-Verschlüssen ist Köllner zufolge nicht ratsam. Vorsicht sei darüber hinaus bei Gold- und Weißgoldlegierungen sowie Ein- und Zwei-Euro-Münzen angebracht: Auch sie sind nickelhaltig.

Bei einer Nickelallergie handelt es sich vor allem um eine Kontaktallergie. Empfindliche Menschen reagieren auf anhaltenden Hautkontakt mit entsprechenden Gegenständen mit geröteter, entzündeter, schuppiger, juckender und brennender Haut. Schweiß fördert die Freisetzung von Nickel-Ionen und trägt dazu bei, dass sich ein Kontaktekzem entwickelt.

Schätzungen zufolge ist jede fünfte Frau zwischen 20 und 40 Jahren betroffen. Die Sensibilisierung für Nickel erfolgt laut BVDD häufig schon in jungen Jahren, da junge Haut besonders empfindlich ist. Allergene können besonders leicht eindringen, wenn die Hautoberfläche wie beim Ohrlochstechen durchstochen wird.