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Hamburg: Neues Verfahren soll bei Magenkrebs größere Operation verhindern

Hamburg : Neues Verfahren soll bei Magenkrebs größere Operation verhindern

Durch ein neues medizinisches Verfahren kann ein früh erkannter Magenkrebs auch ohne größeren operativen Eingriff entfernt werden.

Die so genannte endoskopische Submukosa-Dissektion (ESD) erlaubt es, krebsbefallene Teile der Verbindungsschicht (Submukosa) zwischen Magenschleimhaut und Magenwand per Magenspiegelung abzutragen. Wenn die Krankheit im frühen Stadium erkannt werde, könne der Krebs mithilfe des minimal invasiven Eingriffs komplett aus dem Magen geschnitten werden, sagt Siegbert Faiss, Gastroenterologe und Chefarzt an der Asklepios Klinik Barmbek.

Voraussetzung für einen erfolgreichen Eingriff dieser Art ist laut Faiss, dass der Krebs noch nicht tiefer in das Magengewebe eingedrungen ist und sich nicht weitflächig ausgebreitet hat. Wenn die Magenwand bereits befallen sei, sei nach wie vor in den meisten Fällen eine Totaloperation notwendig, bei der die Magenwand häufig mit entfernt werden muss.

Bei einer frühen Entdeckung der Erkrankung mittels Magenspiegelung bietet das Verfahren dem Mediziner zufolge dagegen gute Erfolgsaussichten, das Risiko für die Entstehung weiterer Metastasen sinke unter fünf Prozent. Allerdings könne erst nach dem Eingriff durch die Untersuchung entnommener Gewebeproben beurteilt werden, ob die endoskopische Entfernung erfolgreich gewesen sei.

Im Unterschied zu ähnlichen Methoden ist es Faiss zufolge mit dem ESD-Verfahren erstmals möglich, Krebsgeschwüre in einem Stück zu entfernen. Zudem könne nun mit endoskopischen Schneidewerkzeugen in die Zwischenschicht Submukosa eingegriffen werden, um die betroffenen Stellen der Magenschleimhaut effektiver zu entfernen. Der eigentliche Magenmuskel werde mit der Methode geschont. Überdies könne das Verfahren auch bei Krebserkrankungen der Speiseröhre angewandt werden.