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Würzburg: Neues Pflaster aus Kieselgel lässt Wunden schneller heilen

Würzburg : Neues Pflaster aus Kieselgel lässt Wunden schneller heilen

Eine neu entwickelte Wundauflage lässt verletzte Haut deutlich schneller heilen. Anschließend wird sie vom Körper abgebaut. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung ISC in Würzburg haben eine Art Verband aus sogenannten Kieselgelfasern hergestellt, das nachwachsenden Hautschichten als Gerüst dient.

Dadurch wird die Bildung neuer Zellen gefördert. Im Laufe der Heilung baut sich die Kieselgelschicht ohne Rückstände ab. Da die Auflage nicht gewechselt werden muss, bleibt die Wunde steril, was ebenfalls zu einer schnelleren Regeneration führt, wie das Institut mitteilt.

Das moderne Pflaster eignet sich vor allem für Patienten mit großflächigen und schlecht heilenden Wunden. Diese werden zum Beispiel durch Diabetes, Verbrennungen oder Wundlägerigkeit verursacht. Herkömmliche Wundauflagen bestehen aus Kollagenen oder Polymilchsäuren.

Diese Stoffe passen sich meist der Haut nicht optimal an. Die künstlichen Fasern aus Kieselgel sind dagegen formstabil und bilden eine Stützstruktur auf der Haut, an der die neuen Zellen entlangwachsen. Kieselgelfasern werden aus einem synthetischen Gel hergestellt.

Durch feine Drüsen gepresst bildet es Fäden aus, die nach einem bestimmten Muster zu Vlies gesponnen werden, wie Fraunhofer-Forscher Walther Glaubitt erläutert, der die speziellen Fasern erfunden hat. Mehrere Lagen des Stoffes bilden anschließend die wundheilende Kieselgelauflage.