1. Leben
  2. Gesundheit

Washington: Neue Therapie bei Heuschnupfen erfolgreich erpobt

Washington : Neue Therapie bei Heuschnupfen erfolgreich erpobt

Schweizer Forscher haben eine neue Methode zur Behandlung von Heuschnupfen erfolgreich an Patienten getestet.

Sie spritzten allergieauslösende Substanzen direkt in die Lymphknoten der Patienten und konnten so innerhalb von zwei Monaten mit nur acht Injektionen die gleichen Erfolge erzielen wie eine konventionelle Behandlung. Bisher bestand diese klassische Hyposensibilisierung bei Überempfindlichkeit gegenüber Gräserpollen häufig aus über 50 Impfungen in einem Zeitraum von drei Jahren. Die Ergebnisse ihrer Studie erläutern die Wissenschaftler um Gabriela Senti vom Universitätsklinikum Zürich in der Fachzeitschrift „PNAS” (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0803725105).

In der klinischen Untersuchung verglichen die Forscher die neu entwickelte Therapie mit der klassischen Allergieimpfung. Über 100 freiwillige Allergiker wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte davon behandelten die Mediziner mit der neuen Therapie, die andere Gruppe hingegen mit der herkömmlichen Methode zur Hyposensibilisierung. Beide Probandengruppen wurden während des Zeitraumes der Studie regelmäßig untersucht.

Die Therapie der Schweizer war nicht nur in kürzerer Zeit ebenso erfolgreich wie die konventionelle Behandlung nach drei Jahren, es traten auch weniger Nebenwirkungen und Beschwerden auf. In den ersten vier Monaten der Therapien kam es bei der konventionell behandelten Gruppe zu 20 leichten bis schweren Abwehrreaktionen. In der Gruppe der nach dem neuen Verfahren Behandelten gab es jedoch nur sechs leichte Fälle von Überreaktionen.

Die Impfung selbst wird von den Patienten als weniger schmerzhaft beschrieben. Zudem führt die verkürzte Behandlungsdauer zu einer höheren Erfolgsquote. Während 22 von 54 Patienten der Hyposensibilisierungsgruppe die Therapie abgebrochen hatten, beendete kein Teilnehmer aus der Gruppe der Lymphknotenimpfungen die Behandlung. Im Frühjahr und im Sommer, während Pollenflugzeiten, mussten die Probanden der neuen Therapie signifikant weniger antiallergische Medikamente einnehmen als die Patienten der Vergleichsgruppe.

Pollenallergien sind in Industrienationen weit verbreitet. Bis zu 35 Prozent der westlichen Bevölkerung leiden unter dem allergischen Schnupfen, der durch Gräserpollen ausgelöst wird. Eine solche Allergie kann zu Niesanfällen, Juckreiz, starkem Schnupfen und Müdigkeit führen. Die Lebensqualität von Allergikern kann durch diese Symptome beeinträchtigt werden.