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Tübingen/Mannheim: Neue Behandlungsmethode für verengte Herzgefäße

Tübingen/Mannheim : Neue Behandlungsmethode für verengte Herzgefäße

Ein Tübinger Medizin-Professor hat eine Methode entwickelt, die tausende Patienten mit einer Herzgefäßverengungen vor einer schweren Operation bewahren soll. An diesem Donnerstag bekommt Christian Herdeg dafür bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim den mit 5000 Euro dotierten Andreas-Grüntzig-Preis.

Herdeg sprüht verengte Herzgefäße von innen mit einem Medikament ein, bevor er ein kleines Gitterröhrchen, einen sogenannten Stent, einsetzt. Durch das Medikament werde das Risiko einer erneuten Gefäßverengung verringert - eine schwere Bypass-Operation könne so häufig verhindert werden, teilte die Universitätsklinik Tübingen am Mittwoch mit.

Die neue Methode helfe vor allem Patienten, bei denen sich die Herzgefäße immer wieder verengen. Auch an Stellen, wo Stents bislang nicht eingesetzt werden konnten - etwa an Verästelungen der Gefäße - berge die Methode neue Chancen. „Für unsere Patienten ist das eine wirkliche Verbesserung”, sagte Herdeg. Die Ärzte weiten die verengten Herzgefäße zunächst mit einem speziellen Ballon und sprühen sie anschließend von innen mit dem Medikament Paclitaxel ein. Es greift in das Zellskelett ein und sorgt dadurch für die langanhaltende Stabilisierung des Gefäßes. Das Verfahren werde derzeit weltweit nur an der Tübinger Universitätsklinik angewendet.

Herzgefäßverengungen zählen zu den häufigsten Krankheiten in den Industrieländern. Patienten leiden unter Brustschmerzen und Atemnot. Im schlimmsten Fall kann es zu einem lebensgefährlichen Herzinfarkt kommen.