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Nachlassende Sehkraft im Alter: So bleiben Sie trotzdem aktiv

So bleiben Sie trotzdem aktiv : Nachlassende Sehkraft im Alter

Schon ab einem Alter von 50 Jahren nehmen ernsthafte Augenkrankheiten zu, die feuchte altersabhängige Makuladegeneration beispielsweise kann schnell zu Altersblindheit führen.

Abnehmende Sehkraft ist allerdings kein Grund, die Hobbys an den Nagel zu hängen.

Endlich Sommer! Der Garten steht in voller Pracht, warme Temperaturen locken die Menschen ins Freie, zum Wandern, Schwimmen, Spazierengehen. Senioren, die an einer chronischen Augenkrankheit leiden, können solche Aktivitäten zunächst schwierig umsetzbar erscheinen: Die schwindende Sicht macht unsicher, die Orientierung fällt schwerer. Doch mit einigen Hilfsmitteln und etwas Unterstützung ist viel mehr möglich als häufig gedacht.

Noch vor der diabetischen Netzhauterkrankung und dem Grünen Star ist die altersabhängige Makuladegeneration (abgekürzt AMD) in der westlichen Welt die Hauptursache dafür, dass Menschen erblinden. Ab einem Alter von 50 Jahren kann sie dazu führen, dass die zentrale Sehschärfe der Augen teilweise oder ganz verloren geht. Es gibt die AMD in zwei Formen: Die trockene AMD ist nicht therapierbar, verläuft aber eher langsam. In 15 Prozent der Fälle entwickelt sich daraus aber eine feuchte AMD, die weitaus schneller voranschreitet.

Schuld sind neugebildete krankhafte Blutgefäße, die im Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut, der Makula, wachsen. Sie sondern Flüssigkeit ab, die sich in und unter der Netzhaut ansammelt und dadurch die Sehzellen beeinträchtigt und zerstört. Wird die feuchte AMD früh erkannt, lässt sich mit einer dauerhaft durchgeführten Therapie die Sehkraft lange erhalten. Es lohnt sich also, ab dem 50. Lebensjahr regelmäßig die augenärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Mindestens genauso wichtig ist, sich durch regelmäßige Bewegung fit zu halten.

In Bewegung bleiben

Für ältere Menschen ist Bewegung besonders wichtig, um Kraft und Koordination zu erhalten. Experten raten Senioren, mindestens dreimal pro Woche Sport zu treiben. Das gilt auch für Menschen mit einer Seheinschränkung. Die Erfahrungen von Selbsthilfevereinigungen zeigen, dass trotz abnehmender Sehfähigkeit ein aktives Leben weiterhin möglich ist.

Nachlassende Sehkraft im Alter: So bleiben Sie trotzdem aktiv
Foto: Maksym Kaharlytskyi / Unsplash.com

Ob ein Spaziergang in der Nachbarschaft oder Sport in der Gruppe - nachlassende Sehkraft ist kein Grund, lieb gewonnene Freizeitaktivitäten an den Nagel zu hängen. Kleine und große Helfer vom Langstock über Wanderkugeln bis zu Navigations-Apps für das Mobiltelefon können nützliche Begleiter sein. Möglichkeiten für Unternehmungen gibt es viele, über die Landesvereine des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands e.V. (DBSV) finden Betroffene Angebote in der Nähe.

Möglichkeiten ausschöpfen

Alles geht, nichts muss - die Aktivitäten richten sich nach Vorlieben und individueller Fitness. Sie helfen seheingeschränkten Menschen, drohendem Bewegungsmangel entgegenzuwirken, stärken das Selbstbewusstsein und heben die Laune. Kurz: Sie wirken sich positiv auf die Lebensqualität aus.

  • Gartenarbeit: Freunde der Gartenarbeit können ihre Leidenschaft an die neuen Voraussetzungen anpassen. Starke Farben und Düfte oder ein kleiner plätschernder Brunnen regen die Sinne an und streicheln die Seele. Die körperliche Arbeit an der frischen Luft stärkt den Körper.
  • Spazierengehen: Es muss nicht gleich ein Marathon sein, der tägliche Spaziergang ist ebenfalls gesund. Der Langstock hilft, Unebenheiten auf dem Weg zu erkennen und Stolperfallen zu umgehen.
  • Wandern: Auf längeren Wanderungen in der Natur bieten sogenannte Wanderkugeln Sicherheit. Das sind zwei mit einem Band verbundene Holzkugeln - die eine hält die sehende Begleitung, die andere Kugel die Person mit der Seheinschränkung. Outdoor-Navigations-Apps mit Sprachausgabe für das Handy können zusätzlich durch die Tour führen.
  • Fahrradfahren: Ein Tandem ermöglicht es, trotz Seheinschränkung gemeinsame Radtouren zu unternehmen. Die sehende Person sitzt vorn, lenkt und sagt scharfe Kurven, Steigungen und Gefälle an.
  • Städtetrip: Wer eher Action als Natur mag, kann auf Städtetouren neue Eindrücke sammeln. Langstock und Navigations-App zeigen, wo es lang geht.
  • Schwimmen: Die Bewegung im Wasser schont die Gelenke, stärkt die Muskeln und steigert die Ausdauer. Eine sehende Begleitperson kann bei der Orientierung im Becken helfen, viele Schwimmbäder trennen zudem zeitweise separate Bahnen ab.
  • Gymnastik: Rückenschule, Muskelaufbautraining, Pilates, Yoga, Tai-Chi oder Qigong - es gibt für jeden Menschen ein passendes Körpertraining, auch bei eingeschränkter Sehkraft. Über Gruppensportkurse speziell für Menschen mit Seheinschränkungen informieren Volkshochschulen, Vereine und Krankenkassen.