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Berlin: Nach dem Schlaganfall droht die Depression

Berlin : Nach dem Schlaganfall droht die Depression

Nach einem Schlaganfall leidet jeder dritte Patient an einer Depression. Eine frühzeitige Behandlung dieser ”Post-Stroke-Depression” mit Antidepressiva kann laut der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) die psychische Erkrankung abschwächen und sie sogar verhindern.

Die Medikamente können dabei helfen, die Psyche zu stabilisieren. Wichtig sei es, Patienten nach einem Schlaganfall auf Depressionen zu untersuchen, so die DSG.

Besonders häufig seien Frauen, ältere Menschen und Menschen ohne soziale Unterstützung von der Depression nach einem Schlaganfall betroffen, so Prof. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité. Auch Menschen mit bereits vorhandenen psychischen oder kognitiven Störungen, zum Beispiel mit Problemen mit der Wahrnehmung oder dem Erinnerungsvermögen seien stärker betroffen.

Eine Depression ist jedoch nicht nur eine Reaktion auf die Folgen eines Schlaganfalls, wie Lähmungen, Verlust der Sprachfähigkeit und des Sehvermögens, sie kann auch die direkte Folge eines Schlaganfalls sein. Das erkläre, warum Depressionen nach einem Schlaganfall häufiger seien als bei einer orthopädischen Erkrankung mit vergleichbarem Behinderungsgrad, so die DSG.

Medikamente, die Depressionen bei Schlaganfall-Patienten lindern, steigern in der Regel die Übertragung von Nervenimpulsen durch den Botenstoff Serotonin. Sie haben den positiven Nebeneffekt, dass sich die Patienten psychisch besser erholen können. Auch die Bewegungsfähigkeit nach einem Schlaganfall könne durch die Behandlung gesteigert werden, so die DSG.

(dpa)