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Berlin/Ulm: Muskelschwäche bedarf einer genauen neurologischen Abklärung

Berlin/Ulm : Muskelschwäche bedarf einer genauen neurologischen Abklärung

Eine Muskelschwäche macht sich häufig zuerst durch Schwierigkeiten beim Greifen bemerkbar. Unsicherheit beim Gehen und rasches Ermüden bei Bewegung sind weitere Hinweise.

„Diese Symptome können auf einen Vitamin- und Mineralstoffmangel oder eine Stoffwechselstörung zurückzuführen sein, aber auch erste Anzeichen einer neurologischen Muskelerkrankung sein”, sagt Prof. Albert Christian Ludolph von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin. Daher sollte eine Muskelschwäche in jedem Falle durch einen Neurologen abgeklärt werden.

Neben einer möglichst genauen Beschreibung der Beschwerden ist für den Arzt wichtig, ob die Beschwerden nach einem bestimmten Ereignis auftreten oder ob Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes bekannt sind.

Kommt es zu Lähmungserscheinungen oder Schluck- und Sprechstörungen, kann dies auf eine Myasthenia gravis oder eine Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) hindeuten. „Weitere typische Symptome einer Myasthenia gravis sind schwere Augenlider und Sehstörungen”, erläutert Ludolph, der die Klinik für Neurologie an der Universität Ulm leitet.

Im Zuge der Krankheit treten zunehmend Muskelzuckungen, Krämpfe und die Lähmung ganzer Muskelgruppen auf - die Atemmuskulatur eingeschlossen.

Weil ALS sehr unterschiedlich verlaufen kann, wird sie oftmals erst spät erkannt. Sie ist eine seltene Krankheit und zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Dabei schädigt das Immunsystem die Nerv-Muskel-Verbindung. Medikamente helfen, das Immunsystem zu hemmen - heilbar ist ALS bislang allerdings nicht.