Mit Hülsenfrüchten Typ-2-Diabetes vorbeugen?

Gesund und lecker essen : Lässt sich mit Hülsenfrüchten Typ-2-Diabetes vorbeugen?

Hülsenfrüchte sind nahrhaft, haben wenig Kalorien und schmecken auch noch richtig gut - doch nicht nur das. Einer aktuellen Studie zufolge sollen Kichererbsen, Linsen und Co. außerdem das Risiko für Typ-2-Diabetes senken.

Fleischalternativen aus Hülsenfrüchten boomen

Ob in einem deftigen Eintopf, einer würzigen Suppe oder einem frischen Salat - Hülsenfrüchte sind derzeit aus kaum einem Gericht wegzudenken. Den Ergebnissen des europaweiten Forschungsprojekts TRUE zufolge ist der Anteil an Fleischalternativen aus proteinreichen Pflanzen in den letzten vier Jahren um rund 451 Prozent gestiegen.

Weltweit kamen zwischen Mitte 2013 und Mitte 2017 rund 27.058 neue Produkte mit Hülsenfrüchten (Leguminosen) auf den Markt. Zu den Hülsenfrüchten zählen Linsen, Bohnen, Erbsen, Kichererbsen, Sojabohnen, Lupinen und Erdnüsse. Jede einzelne Art hat ihre Besonderheiten, nicht zuletzt, was die Zubereitung angeht. Doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie sollen das Risiko für die Entstehung von Typ-2-Diabetes senken.

Wissenschaftler der spanischen Universität Rovira i Virgili hatten vier Jahre lang über 3300 Probanden ab 55 Jahren mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen begleitet. In dieser Zeit mussten die Probanden unter anderem Angaben zu ihren Essgewohnheiten machen, insbesondere bezüglich Verzehr von Kichererbsen, Linsen, frischen Erbsen und Trockenbohnen. Zusätzlich wurden Blutproben auf nüchternen Magen entnommen, um den Blutzuckerspiegel der Probanden zu bestimmen beziehungsweise zu kontrollieren.

Nach vier Jahren sind die Forscher zu folgendem Ergebnis gekommen: Teilnehmer, die täglich 29 Gramm Hülsenfrüchte (etwas über drei Portionen pro Woche) verzehrt hatten, hatten ein um 35 Prozent geringeres Risiko für Typ-2-Diabetes vorzuweisen als Probanden mit einem täglichen Konsum von 13 Gramm (etwa 1,5 Portionen pro Woche) - unabhängig vom Körpermassenindex (BMI). Insbesondere Linsen verzeichneten bei dem Versuch eine positive Wirkung. Wer sie einmal pro Woche gegessen hatte, hatte ein um 33 Prozent geringeres Risiko als jemand, dessen Verzehr bei weniger als einer halben wöchentlichen Portion lag.

Das große Aber

Die Studie beweist einmal mehr, wie gesund die kleinen Proteinbomben sind. Dennoch sind die Ergebnisse der spanischen Studie mit Vorsicht zu genießen. Denn die Zusammenhänge zwischen Stoffwechselstörungen wie Diabetes, der Ernährung und bestimmten Lebensmittelgruppen sind vielschichtig und komplex. Daher ist es sehr schwierig, zu einhundert Prozent zutreffende Aussagen über die Zusammenhänge zwischen einzelnen Faktoren zu tätigen. Die positiven Auswirkungen von Hülsenfrüchten im Kampf gegen chronische Erkrankungen wie Übergewicht oder Diabetes mellitus waren auch in der Vergangenheit schon häufig Gegenstand unterschiedlicher Studien, ebenfalls mit erfreulichen Ergebnissen.

Unbestritten ist, dass seinem Körper viel Gutes tut, wer ausreichend Hülsenfrüchte isst. Denn auch ohne Studien lässt sich über Hülsenfrüchte mit Sicherheit sagen: Sie sind reich an Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien, die für eine gesunde und ausgewogene Ernährung essenziell wichtig sind.

(rd)