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Berlin: Mediziner decken Mechanismus bei der Entstehung von Herzschwäche auf

Berlin : Mediziner decken Mechanismus bei der Entstehung von Herzschwäche auf

Berliner Mediziner haben entdeckt, wie eine Art Schaltmolekül im menschlichen Herzen funktioniert: Es schützt zunächst vor Herzschwäche, begünstigt aber langfristig die Entstehung einer solchen Herzinsuffizienz.

Die Forscher der Charité und des Max-Delbrück-Centrums für molekulare Medizin in Berlin-Buch erhoffen sich von der Entdeckung Ansätze für die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen Herzkrankheiten, teilt die Charité mit.

Eine Herzinsuffizienz entsteht durch die Unterversorgung des Herzens mit Blut. Der erste Auslöser sind Erkrankungen der Herzkranzgefäße, wie sie durch Bluthochdruck oder Herzmuskelentzündungen verursacht werden. Aber auch genetische Einflüsse spielen eine Rolle.

Das Herz reagiert auf diese Schwächung mit einer Verdickung der Herzwand. Hält die Unterversorgung mit Blut länger an, verliert der Herzmuskel an Pumpkraft. Herzmuskelzellen sterben ab, und es kann zu einer krankhaften Vermehrung von Bindegewebe, der sogenannten Fibrose kommen. Die eigentliche Herzmuskelschwäche setzt ein.

Das nun untersuchte Schaltmolekül namens CTGF nimmt bei diesem Krankheitsverlauf eine zwiespältige Rolle ein, fanden die Forscher um Cemil Özcelik und Anna Panek nun in Experimenten mit Mäusen heraus. Zunächst entfaltet es nämlich eine schützende Wirkung, indem es die Anpassungsfähigkeit des Herzmuskels verbessert. Dann jedoch führen die anhaltend hohen CTGF-Werte zur Herzschwäche und schließlich zum Tod der Tiere, beobachteten die Wissenschaftler.

Bisher glaubten Forscher, dass CTGF ausschließlich negative Auswirkungen auf das Herz habe. Die Studie belege nun jedoch, dass das Molekül auch positive Effekte zeigen könne.

Die Überwachung der CTGF-Werte könnte auch beim Menschen wichtige Hinweise auf eine drohende Herzschwäche liefern, erläutert Özcelik eine der möglichen Schlussfolgerungen der Beobachtung. Auch könnte das neue Wissen um die molekularen Mechanismen bei der Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen Herzinsuffizienz helfen.