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Kreis Aachen: Magen-Darm-Virus verbreitet sich rasant

Kreis Aachen : Magen-Darm-Virus verbreitet sich rasant

Zwar gibt es nach Ansicht von Dr. Cornelia Konteye keinen Grund zur Beunruhigung. Aber man müsse sich schon die Frage stellen, ob „das Norovirus inzwischen aggressiver geworden ist”, meint die Hygiene-Expertin beim Kreisgesundheitsamt.

Hintergrund ist, dass sich das heftige Magen-Darm-Beschwerden hervorrufende Virus im Kreisgebiet derzeit rasant verbreitet. Seit Jahresbeginn sind 320 Fälle gemeldet worden. Im selben Zeitraum waren es im Jahr 2005 „nur” 244 Fälle, exakt 8 im Jahr 2006 und ein Jahr später 109. Und im gesamten Jahr 2006 waren es 320. Demgegenüber wurden in den Jahren 2004 und 2005 500 beziehungsweise 590 Fälle registriert.

Dabei müssten einige Faktoren berücksichtigt werden, sagt die Medizinerin. „Die vorliegenden Zahlen bewegen sich noch im natürlich Schwankungsbereich und liegen unter dem Landesschnitt”, betont Konteye. Weiterhin sei die Dunkelziffer sehr hoch, etwa weil nicht jeder Erkrankte einen Arzt aufsuche.

Hinzu komme, sagt Konteye, „dass im Gegensatz zu den Vorjahren in 2008 mit der Karnevalszeit eine hoch infektiöse Zeit bereits erfasst worden ist”. Denn mangelnde Hygiene ist ein Hauptgrund für die Ausbreitung des hoch ansteckenden Erregers. Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen von Mensch zu Mensch und dabei meist über verunreinigte Hände, aber auch durch Einatmen von feinsten Tröpfchen bei Erbrechen.

Ein besonderes Risiko besteht insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen, da es bei ihnen auf Grund des hohen Flüssigkeitsverlustes durch Erbrechen, Durchfall und Fieber rasch zur Austrocknung des Körpers - unter Umständen mit schwerwiegenden Folgen - kommen kann.

Die Erkrankung tritt in der Regel ganz plötzlich auf mit heftigem Erbrechen und/oder Durchfall. Auch andere Krankheitszeichen wie Übelkeit, Bauchkrämpfe, Fieber oder Kopfschmerzen sind zu beobachten. Allerdings kann die Erkrankung auch weniger heftig bis zu symptomlos verlaufen.

Eine Impfung gibt es nicht. Bei einer Erkrankung ist es wichtig, dass sowohl Erkrankte als auch Kontaktpersonen eine besonders sorgfältige Händehygiene beachten, vor allem nach dem Toilettenbesuch und vor dem Zubereiten von Mahlzeiten.