Saarbrücken: Lästige Angewohnheit: Fingerknacken nicht übertreiben

Saarbrücken: Lästige Angewohnheit: Fingerknacken nicht übertreiben

Das Gerücht hält sich hartnäckig: Das Knacken mit den Fingern, von manchen Menschen mit wahrer Leidenschaft betrieben, verursache Rheuma oder Gicht.

Gewiss hat das Geräusch ein hohes Nervpotenzial - einige unfreiwillige Zuhörer bekommen davon sogar Gänsehaut. Anatomisch gesehen ist das Knacken mit den Fingergelenken aber völlig harmlos, beruhigt Martin Hess, Orthopäde aus Saarbrücken-Dudweiler. Voraussetzung ist allerdings, dass beim Knacken keine Schmerzen auftreten.

Übertreiben sollte man es mit der Knackerei dennoch nicht: Zwar gibt es keine Hinweise darauf, dass die Marotte tatsächlich Rheuma oder sonst irgendwelche Krankheiten verursacht.

Durch das ständige Überdehnen und die unnatürliche Verdrehung der Gelenke können jedoch die Gelenkkapsel geschädigt oder die Bänder geschwächt werden.

Was genau das laute Knacken beim Ziehen an den Gelenken oder beim nach hinten Biegen der Finger verursacht, ist immer noch nicht bekannt. Martin Hess: „Vermutlich entsteht das Geräusch durch die Bildung eines Vakuums. Denn beim Überdehnen der Gelenke werden Schleimhäute auseinandergezerrt, die normalerweise aneinandergelagert sind. Wenn das passiert, gibt es einen Knall.”