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Heidelberg: Krebsforscher: Große Belastungen auch vor Raucherraum

Heidelberg : Krebsforscher: Große Belastungen auch vor Raucherraum

Die Nichtraucherschutzgesetze in den einzelnen Bundesländern sorgen nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) für deutlich bessere Luft.

„Die Belastungen durch lungengängige Partikel gingen um mehr als 90 Prozent zurück”, berichtete Martina Pötschke-Langer, Leiterin der DKFZ- Krebsprävention in Heidelberg. Dies hätten Untersuchungen in Baden- Württemberg und anderen Bundesländern vor und nach dem Erlass der Gesetze ergeben. Problematisch seien aber Gaststätten mit Raucherraum. Nicht nur in diesem, sondern auch vor dessen Tür - im Nichtraucherbereich - seien hohe Schadstoffbelastungen messbar gewesen.

Nach Angaben von Pötschke-Langer gibt es bei der Bevölkerung eine große Zustimmung für einen umfassenden Nichtraucherschutz. Dies hätten mehrere repräsentative Umfragen des DKFZ ergeben. Die Menschen würden sich allerdings eine in allen Bundesländern die gleiche Gesetzgebung wünschen. Die gegenwärtige Zersplitterung der gesetzlichen Regelungen mit den vielen Ausnahmen führe zu einer Rechtsunsicherheit. Die vom DKFZ untersuchten Betriebe hätten sich aber alle an die Gesetze gehalten.

Das Bundesverfassungsgericht will an diesem Mittwoch sein Urteil zum Rauchverbot in Gaststätten verkünden. Kläger sind Kneipenwirte aus Berlin und Tübingen, die das Fehlen von Ausnahmeregelungen für kleine Kneipen in den Nichtraucherschutz-Gesetzen ihrer Länder kritisieren. Seit dem 1. Juli gelten bundesweit in allen 16 Bundesländern unterschiedlich strenge Rauchverbote in Restaurants und Kneipen, aber auch in Landesbehörden und Schulen.