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Berlin: Krankenkassen wollen überschüssiges Geld nicht voll zurückzahlen

Berlin : Krankenkassen wollen überschüssiges Geld nicht voll zurückzahlen

Auf die gesetzlich Krankenversicherten kommen mit der Einführung des Gesundheitsfonds laut einer Studie spürbare Veränderungen zu. Die am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung befasst sich mit den Plänen der Krankenkassen zum Start des Gesundheitsfonds Anfang kommenden Jahres.

An diesem Mittwoch begeht die gesetzliche Krankenversicherung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin ihr 125-jähriges Bestehen.

Nur eine von zehn Kassen wolle Überschüsse voll an ihre Versicherten auszahlen, berichtete die Unternehmensberatung Accenture, die die Untersuchung bei den Gesundheitsökonomen Eberhard Wille aus Mannheim und Volker Ulrich aus Bayreuth in Auftrag gegeben hatte. „Die Kassen wollen verhindern, dass mehr Geringverdiener zu ihnen wechseln als heute, um in den Genuss von Beitragsrückzahlungen zu kommen”, sagte Wille. Sieben von zehn Kassen investierten überschüssiges Geld lieber in zusätzliche Leistungen wie zum Beispiel Vorsorgeprogramme.

Im Fall möglicher Zusatzbeiträge kämen Versicherte mit höheren Einkommen besser weg: Die Hälfte der Befragten wollten die Beiträge als Pauschale erheben statt prozentual vom Einkommen. Hintergrund ist, dass alle Kassen ab kommendem Jahr zwar einen einheitlichen Beitragssatz haben sollen. Sie sollen aber Zusatzbeiträge erheben müssen, wenn sie mit den Zuweisungen aus dem Fonds an sie nicht auskommen. Wenn sie nicht die gesamte Summe brauchen, sollen sie ihren Mitgliedern Geld zurückzahlen können.