Berlin: Krankenkassen warnen vor höheren Beiträgen

Berlin: Krankenkassen warnen vor höheren Beiträgen

Von der Koalition geplante Honorarerhöhungen für niedergelassene Ärzte könnten nach Ansicht der Krankenkassen zu höheren Beiträgen führen.

Hintergrund ist das von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) angestrebte Versorgungsgesetz. Damit will er unter anderem dem Ärztemangel in ländlichen Regionen begegnen.

„Wir müssen dafür sorgen, dass es wieder mehr Ärzte gibt”, sagte Rösler der „Welt” (Montag). Die Kassen betonen hingegen, es gebe in überversorgten Gebieten 25.000 Ärzte zuviel. Dagegen fehlten in Mangelregionen lediglich 800 Ärzte.

„Wenn man den sogenannten Landärzten mehr Geld geben möchte, dann muss man innerhalb der Ärzteschaft umschichten”, sagte der Vizechef des Kassenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung”.

Nach Röslers Vorstellungen sollen Ärzte in Mangelregionen künftig nicht mehr weniger pro Patient verdienen, wenn die Zahl der Patientenkontakte insgesamt steigt. Es ist in seinen Plänen jedoch nicht von entsprechenden Abzügen in Städten mit vielen Ärzten die Rede.

Die AOK zeigt sich vor allem von der Union enttäuscht. „Wir haben darauf vertraut, dass die Union ihre Ankündigung einhalten wird, die Beitragszahler nicht für zusätzliche Honorarerhöhungen bei Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern zu belasten”, sagte AOK-Vizechef Jürgen Graalmann dem „Handelsblatt”.

Nach Angaben des Kassenverbands kommen die rund 150.000 Ärzte in diesem Jahr im Schnitt auf 169.000 Euro nach Abzug der Praxiskosten, vor Steuern, inklusive der Einnahmen von Privatpatienten. 2010 waren es 5000 Euro weniger.

Über die Gesetzespläne verhandeln Union und FDP erneut im März, parallel laufen Verhandlungen des Rösler-Ressorts mit den Ländern.