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Garmisch-Partenkirchen: Krankengymnastik hilft rheumakranken Kindern

Garmisch-Partenkirchen : Krankengymnastik hilft rheumakranken Kindern

Wer Rheuma hat, kennt den Schmerz entzündeter Gelenke. Und weiß, wie der Schmerz den Alltag einschränkt und belastet. Betroffen von der Erkrankung sind nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder. Besonders im Wachstumsalter kann die Erkrankung zu nachhaltigen Beeinträchtigungen führen, sagt Marianne Spamer.

Die Physiotherapeutin am Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheuma in Garmisch-Partenkirchen, erklärt weiter: „Je früher man diesen Kindern hilft, ihre Gelenke trotz Rheuma normal zu bewegen, desto geringer ist das Risiko, dass sich Folgeschäden entwickeln.”

Spamer arbeitet seit fast 20 Jahren ausschließlich mit rheumakranken Kindern und weiß: „Oberstes Ziel der Behandlung ist immer, den Teufelskreis des Schmerzes Schritt für Schritt zu durchbrechen.” Denn: Schmerzt ein Gelenk, wird vom Kind unbewusst eine Schonhaltung eingenommen. „Und diese kann auf Dauer zu Fehlhaltungen und damit zu Gelenkschädigungen führen.”

Bei Kindern können die Auswirkungen einer Fehlhaltung sogar so stark sein, dass daraus Wachstumsstörungen entstehen. „Wenn ein Gelenk aus dem Schmerz heraus falsch belastet wird, können sich auch Muskeln und Bänder an dieser Stelle nicht gesund entwickeln”, erklärt Spamer.

Mix aus Medikamenten und Physiotherapie

Neben der medikamentösen Therapie als Basis steht deshalb bei einer Rheumaerkrankung die physiotherapeutische Begleitung des Kindes eine große Rolle. Und das oft über viele Jahre: „Am Anfang steht die intensive Therapie gegen den Schmerz”, erklärt die Expertin. Mit anfangs kleinen, manchmal kaum spürbaren Bewegungen, mit speziellen Übungen und Aktivierungen werden Funktionseinschränkungen verbessert und Fehlhaltungen abgebaut.

„In Akutphasen helfen den Kindern Hilfsmittel wie Sitzroller oder spezielle Hand- und Fußschienen, Schmerzen zu lindern.” Diese seien jedoch immer nur eine Übergangs- und keine Dauerlösung. „Langfristig lernen die Kinder durch die Krankengymnastik, sich trotz Rheuma normal und gesund zu bewegen.”

(dapd)