1. Leben
  2. Gesundheit

Kopfmassagen entspannen den ganzen Körper

Kopfmassagen entspannen den ganzen Körper

Hamburg. Der Stress sitzt im Nacken. Schon wieder hat man sich so viel aufgehalst, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Höchste Zeit für eine Kopfmassage, würden Masseure sagen. Sie soll wahre Wunder vollbringen bei großer Anspannung und verspanntem Nacken.

Mit sanftem Druck streichen Hände vom Hals aufwärts zum Scheitel, kreisen Finger wandernd über die Kopfhaut. Dann ziehen zum Kamm geöffnete Hände die Haare behutsam nach oben, lassen sie fallen, um sie erneut zum Pferdeschwanz zu bündeln. „Es darf nicht unangenehm sein. Allenfalls ein wohltuender Schmerz, so dass der Kunde sagt: Es tut weh, aber es tut gut weh”, erklärt Masseurin Dorota-Anna Nowaczyk vom Studio Artvitale in Hamburg. Sie nimmt den Kopf des Liegenden an Stirn und Hinterhaupt und bewegt ihn sachte hin und her. „Es geht um ruhen und ruhen lassen”, meint sie.

Immer bezieht sie den Nacken, manchmal sogar den oberen Rücken in die Massage ein. Die Behandlung wirke wahre Wunder, ist sie überzeugt: „Die Leute kommen völlig verspannt aus dem Büro und gehen entspannt nach Hause.” Manche schlafen während der Behandlung ein. Und alle sind hinterher ein bisschen „benebelt”, so sehr werden sie aus ihrem Alltag gerissen, erzählt Nowaczyk lachend. Sie reicht ein Glas Wasser und lässt etwas Zeit verstreichen, bis die Kunden zu sich gekommen sind. „Wenn sie vollkommen gelöst sind, lächeln sie dann.”

Vor allem Büroarbeiter profitieren von der wohltuenden Knetkur am Kopf. Das stundenlange Sitzen, womöglich ausschließlich am PC, lässt den Nacken steif werden. Die Muskeln verhärten und verkrampfen sich. Wer nicht abschalten kann, nervös und gereizt ist oder schlecht einschläft, kann dank der Wellnessbehandlung am Kopf danach wie ausgewechselt sein.

Nur bei Kopfschmerzen müsse man vorsichtig sein, warnt Nowaczyk. Da die Durchblutung angeregt wird, kann sich das Pochen zunächst verstärken. Dennoch kann die Massage einem Migränepatienten helfen. Dafür streicht die Hamburgerin stets vom Kopf weg zum Nacken hinab und wählt besonders vorsichtige Bewegungen.

Menschen mit extremen Berührungsängsten rät sie allerdings von der Kopfkur ab. Bei keiner anderen Technik komme der Masseur so nah an den Kunden heran. Er kann sogar den Atem seines Gegenüber spüren. Am Ende einer Behandlung wird üblicherweise auch das Gesicht massiert. „Das ist sehr persönlich. Nicht jeder mag das”, berichtet Nowaczyk.

Auch Friseure verwöhnen ihre Kunden mit einer Massage am Kopf. Haare und Haut würden dadurch besser mit Nährstoffen versorgt, heißt es. Angeblich wird sogar das Wachstum angeregt. Für die Pflege der Frisur schwört Nowaczyk auf die indische Kopfmassage. Duftendes Sesam- oder Kokosöl wird in die Haare geknetet. „Deshalb haben die indischen Frauen auch so schön glänzendes Haar”, sagt sie. Das Öl nährt und beruhigt, so dass auch die Kopfhaut sich regeneriert und trockene Schuppen nachlassen. Wer nach der Behandlung nicht mit ölig glänzendem Schopf ins Freie treten möchte, kann in den meisten Studios nach der Einreibung duschen.

Kosmetik- und Massagesalons, Wellnesszentren und Friseure - Kopfmassagen werden inzwischen längst in jedem größeren Ort oder Stadtteil mehrfach angeboten. Doch es gibt Unterschiede, schon alleine in der Dauer der Wohlfühlkur. Einige versprechen eine Behandlung von bis zu anderthalb Stunden, andere einen Service im Vorübergehen.

Beides hat seine Berechtigung, findet Nowaczyk: Schon fünf Minuten können entspannend sein und die Gedankenflut unterbrechen. Vielmehr kommt es ihrer Meinung nach auf die Art und Weise der Massage an: „Manchmal will ich selbst beim Friseur gar nicht mehr weggehen, weil es so angenehm ist. Andere allerdings machen so hastige Bewegungen und nehmen sich keine Zeit. Wie soll man da entspannen?”