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Düsseldorf: Kleiner, mobiler, kälter: Medizinmesse Medica zeigt neueste Technik

Düsseldorf : Kleiner, mobiler, kälter: Medizinmesse Medica zeigt neueste Technik

Ob Herz-Lungen-Maschine im Miniatur-Format, Hightech in der Krebsdiagnostik oder extreme Minusgrade gegen Blessuren: Um Leben zu retten und Leistungen zu steigern, loten Medizintechniker immer neue Grenzen aus.

Was sie entwickeln, verbirgt sich bei weitem nicht nur in Arztpraxen und Krankenhäusern. Manchmal kommt es auch bei Fußball-Weltmeisterschaften am Spielfeldrand zum Einsatz.

Die weltgrößte Medizinmesse Medica zeigt von diesem Mittwoch an bis zum Wochenende in Düsseldorf die Neuheiten der Branche. Mehr als 4300 Aussteller aus 66 Nationen werden mit ihren Produkten in den Messehallen am Rheinufer erwartet.

An Stand D 51/52 in Halle 12 ist man stolz darauf, dass die Hauptattraktion leicht zu übersehen ist. Die Aussteller haben eine herkömmliche Herz-Lungen-Maschine auf ein Zehntel ihres Gewichts - knapp zehn Kilo - und das Format eines Werkzeug-Koffers geschrumpft. Handlichkeit ist hier Trumpf, denn ein solches Gerät kann Leben retten, wenn es im Notfall schnell genug am rechten Ort ist.

Versagen zum Beispiel nach einem Herzinfarkt Pulsschlag und Atmung, muss eine Maschine binnen kürzester Zeit diese Körperfunktionen von außen übernehmen. Andernfalls beginnen die ersten Zellen abzusterben. Pro Tag kommt in Deutschland für mehr als 1000 Menschen mit Herz- Kreislauf-Versagen jede Hilfe zu spät.

Nebenan in Halle 10 soll modernste Technik den Krebs besiegen helfen. Um Tumore und Metastasen leichter entdecken zu können, hat ein Solinger Medizintechnik-Unternehmen Ultraschall, Magnetresonanz- und Computertomographie (CT) in einem Gerät verschmolzen. Mit dem Verfahren kann bei der Ultraschall-Untersuchung die Aufnahme auf dem Monitor direkt in ein zuvor erstelltes CT hineinprojiziert werden, erklärt Heiko Dudwiesus von der Herstellerfirma. Vor den Augen des Arztes entsteht so ein immer detailreicheres Bild des kranken Organs.

Weniger Tristesse bei Krankenhaus-Aufenthalten verspricht ein mobiles Vitaldaten-Messgerät für Patienten am Halsband. Dank Drahtlos-Netzwerk müssen Herzfrequenz, EKG-Kurven und Sauerstoffsättigung nicht länger im Krankenzimmer aufgezeichnet werden. „Niemand ist mehr ans Bett gefesselt”, beschreibt Malte Blombach am Aussteller-Stand. Mit dem neuen Messgerät im Taschenbuchformat können sich die Patienten uneingeschränkt auf den Klinikfluren bewegen. Alle Daten laufen auf einem großen Monitor im Arzt- oder Schwesternzimmer zusammen. Ist etwas nicht in Ordnung, löst der Alarm aus.

Schnell wieder auf die Beine helfen will auch ein Medica- Aussteller aus Neu-Ulm. Mit einem Kälteschock sollen angeschlagene Fußballer am Spielfeldrand wieder so fit gemacht werden, dass sie bis zum Schlusspfiff durchhalten. Bei minus 30 Grad vergehe nicht nur der Schmerz, verspricht Hans-Peter Rehn von der Hersteller-Firma.

Die eisigen Temperaturen zeitigten die gleichen Heilungseffekte, die sich Rheumapatienten bei Therapien in der Kältekammer zunutze machen. Die Technik steckt in einer Art Servierwagen mit Staubsauger-Schlauch, durch den die trockene Kälte auf Sehnen, Muskeln und Gelenke gerichtet wird. Die eher unscheinbare Schale zieren die Autogramme der deutschen Nationalelf - der Kälte-Kasten war bereits bei der letzten WM und EM im Einsatz.