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München/Zwickau: Kleinen Kindern nicht einfach normalen Hustensaft geben

München/Zwickau : Kleinen Kindern nicht einfach normalen Hustensaft geben

Eltern sollten kleinen Kindern nicht einfach Erkältungs- und Hustenmittel für Erwachsene verabreichen. Für Kinder gebe es spezielle Hustenmittel, teilt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Hamburg mit.

„Ihr Stoffwechsel ist nicht mit dem von Erwachsenen vergleichbar, und sie reagieren oft unerwartet”, sagt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom BVKJ. Aus den USA seien sogar Berichte über Bewusstseinstrübung, Herzrasen, Krämpfe und Todesfälle aufgrund von Überdosierung bekannt.

So dämpfen Hustenblocker (Antitussiva) den Hustenreflex. Bei Husten mit Auswurf oder Schleimbildung kann dadurch ein gefährlicher Sekretstau entstehen, warnt der Kinderarzt aus Zwickau. Je nach Husten sind unterschiedliche Behandlungen nötig.

Der Kinder- und Jugendarzt sollte frühzeitig abklären, ob es sich bei dem Husten um eine Erkältungskrankheit, Keuchhusten, Pseudokrupp oder die Anfänge einer asthmatischen Erkrankung handelt. Bei Kleinkindern unter fünf Jahren oder wenn die Kinder eine geschwächte Abwehr haben, kann sich aus einer Erkältung auch leicht eine Lungenentzündung bilden.

„Eltern sollten die Dosierungsangaben auf der Packung beziehungsweise dem Rezept genau befolgen und auch mitgelieferte Messlöffel oder -becher verwenden”, rät Nentwich. Bei Kindern im Haushalt sei es zudem wichtig, die Arzneien so aufzubewahren, dass sie für die Kleinen nicht erreichbar sind.

Ein trockener Reizhusten bei einer Erkältung gehe in der Regel nach ein paar Tagen in einen produktiven Husten über: Der Husten lockert sich, und das Kind kann Schleim abhusten.