Osnabrück: Kinderärzte gegen Homöopathika bei ernsthaften Erkrankungen

Osnabrück: Kinderärzte gegen Homöopathika bei ernsthaften Erkrankungen

Kinder- und Jugendärzte warnen davor, bei ernsthaften Erkrankungen von Kindern ausschließlich homöopathische Mittel einzusetzen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung” (Samstagausgabe) sagte Verbandspräsident Wolfram Hartmann, dies sei „nicht angezeigt”.

Keine Einwände gebe es dagegen bei Krankheiten, gegen die ohnehin kein zwingender Einsatz von Medikamenten nötig sei. „Manche Eltern fühlen sich gut, wenn sie bei Bagatellerkrankungen zu ihrer eigenen Sicherheit Homöopathika einsetzen”, sagte Hartmann. Damit werde ein Placeboeffekt erzeugt.

Der Verbandspräsident erklärte, bei jungen Patienten lasse sich nur wenig einsparen, wenn den Krankenkassen die Erstattung homöopathischer Mittel verboten werde. Dies hatte der SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach vorgeschlagen.

Nach Ansicht der Kinder- und Jugendärzte versuchen dagegen zu viele Logopäden und Ergotherapeuten, sich Patienten zu rekrutieren, ohne dass es einen medizinisch begründbaren Bedarf gebe. Sie gingen in Schulen und Kindergärten, wo Erzieherinnen und Lehrer das Angebot gerne annähmen, „da es sie entlastet”.

So würden Ausländerkinder, die der deutschen Sprache nicht mächtig seien, mit dem Wunsch nach Verordnung von Sprachtherapie vorgestellt. „Das hat aber nichts mit Medizin zu tun.” Vielmehr sei eine pädagogische Förderung nötig. „Da gibt es derzeit ein unkontrolliertes Überangebot und hohe jährliche Steigerungsraten”, kritisierte Hartmann.